Abstiegsgefahr bei GC: Keine Ausreden beim Tabellenletzten
Aktualisiert

Abstiegsgefahr bei GCKeine Ausreden beim Tabellenletzten

GC verbleiben sieben Runden, um den Ligaerhalt zu sichern. Die letzten Resultate geben wenig Anlass zur Zuversicht. Der Ernst der Lage ist aber allen bewusst.

von
Eva Tedesco
Die Enttäuschung bei GC ist nach dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz riesig. (Keystone/AP)

Die Enttäuschung bei GC ist nach dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz riesig. (Keystone/AP)

Das Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz war für die arg gebeutelten Fans des einstigen «Nobelklubs» zu viel: Eine knappe Stunde verharrte der harte Kern aus der Kurve nach der 1:3-Pleite gegen St. Gallen vor dem Letzigrund und wartete auf die Versager. Auf Befehl von Trainer Ciriaco Sforza stellte sich die Mannschaft den Fans. Kurze Zeit später waren die ersten Emotionen verraucht und die Gemüter etwas beruhigt.

«Die Fans haben uns vorgeworfen, dass wir uns zu wenig einsetzen und nicht für den Verein zerreissen», sagt Boris Smiljanic, der mit den Teamkollegen vor die Fans getreten war. Die Situation sei emotional gewesen. «Unsere Fans aus der Kurve sind anständig und vernünftig», so der Abwehrchef. «Ihre Enttäuschung kam nicht überraschend.» Und Ausreden gab es nach dem 1:3 keine. «Du musst zu den Fans in solchen Fällen ehrlich sein. Sie wollten hören, dass wir etwas ändern können und müssen und das bekamen sie zu hören.»

GC-Trainer Sforza besänftigt Fans

Eine mentale Geschichte

Eine weitere (interne) Aussprache stand für die GC-Spieler im Morgentraining auf dem Programm, als in Niederhasli das Spiel gegen die Ostschweizer analysiert und aufgearbeitet wurde. Dazu wollte Smiljanic nur soviel sagen: «Ab sofort muss jedem bewusst sein, dass er selber noch mehr Druck aufbauen muss. Und zwar über neunzig Minuten und nicht nach einer frühen Führung schon ausschnaufen kann.»

Bleibt immer noch die Antwort auf die Frage, wie eine Mannschaft so eklatant unterschiedliche Leistungen abliefern kann? Letzten Sonntag zeigte GC beim 2:2 gegen den Leader Basel eine Halbzeit lang seinen besten Fussball in dieser Saison und brachte drei Tage später gegen den Tabellenletzten keinen Fuss vor den andern. «Das ist auch eine mentale Geschichte. In Basel pusht allein schon die Kulisse. Ich habe lange genug in Basel gespielt. Im Letzigrund musst du dir noch fast den Schuh selber in den A... geben, dass du Spannung aufbauen kannst.»

Reaktion gefordert

Schon beim Spiel in Thun am Ostermontag wird es wieder «heisser» zugehen. «Man ist viel näher an den Fans und kriegt alles mit.» Zudem muss GC zwigend eine Reaktion zeigen, um nicht vorzeitig schon alles aus der Hand zu geben. Schliesslich sind in den letzten sieben Partien noch 21 Punkte zu vergeben. Aber diese Chance hatte GC auch in den letzten sieben Partien und holte lediglich 5: ein Sieg, zwei Remis und vier Niederlagen. Am Mittwoch wurde Roland Leutwiler übrigens als Nachfolger von Präsident Urs Linsi präsentiert. Wird es ein Start für den neuen Boss in der Challenge League?

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