Kurskorrektur nötig: Keine Ausreden mehr - die Nati steht in der Pflicht
Aktualisiert

Kurskorrektur nötigKeine Ausreden mehr - die Nati steht in der Pflicht

Der Spielplan ist perfekt für die Schweiz: Nach zwei Niederlagen gibt es mit San Marino keinen besseren Gegner als die schlechteste Nationalmannschaft der Welt.

von
Eva Tedesco

Gegen San Marino will das Team von Trainer Vladimir Petkovic den Fehlstart etwas korrigieren. Fehlstart bedeutet - 0 Punkte aus 2 Spielen (England 0:2, Slowenien 0:1) und 0 Tore in 180 Minuten. 319 Minuten dauert die Torflaute an, wenn man auch die 120 Minuten aus dem WM-Achtelfinal gegen Argentinien mit einbezieht.

Frust von der Seele ballern

Engagiert leitet Petkovic das Training. Er ist laut, schnappt sich dann und wann den Ball und läuft neben einem Spieler her, um ihn zu korrigieren. Seferovic, Drmic, Shaqiri und Co. sollen im letzten Training auf Schweizer Boden am Sonntagabend Selbstvertrauen tanken, denn die Schweiz soll sich in San Marino den Tor-Frust von der Seele ballern.

Aber wie finden die Schweizer zu ihrer Treffsicherheit zurück? «Indem wir weiterhin an uns glauben, und wenn dann auch das Glück wieder zurückkehrt, werden wir unsere Chancen sicher verwerten», sagt Josip Drmic, Stürmer bei Bayer Leverkusen. «Wir werden auch in San Marino wieder viel Ballbesitz haben und zu Chancen kommen. Alle Offensivspieler, nein, die ganze Mannschaft wird versuchen, den Ball im Netz unterzubringen.»

Keine Ausreden

Ob Drmic am Dienstag in der Startelf stehen wird, ist offen. Wahrscheinlicher ist, dass Admir Mehmedi von Beginn an neben Shaqiri und Seferovic die Angriffs-Dreierkette im 4-3-3-System bilden wird. Und der sagt: «Der Abschluss ist eine Frage der Konzentration und des Willens, ein Tor erzielen zu wollen.»

«Vielleicht hat etwas an der Einstellung gefehlt in Slowenien. Wir haben uns nicht verkrampft, nur weil wir seit drei Spielen kein Tor geschossen haben. Wir haben Video-Analysen gemacht und wissen, was wir zu tun haben. Wenn der Ball nicht ins Tor geht, kann man viele Ausreden suchen, warum das so war. Manchmal ist es ganz einfach, Tore zu schiessen und manchmal ist es auch so wie in Slowenien, wo der Ball nicht reingehen will.»

Gegen das schlechteste Fussballteam der Welt

San Marino, die Nummer 208 der Fifa-Weltrangliste hat 121 von 125 Länderspielen verloren. Das Schlusslicht des Rankings (zusammen mit Bhutan) hat insgesamt 542 Treffer kassiert und nur 20 erzielt. Es müsste mit dem Teufel zugehen, in San Marino nicht zu gewinnen. «Wir müssen die Situation nicht dramatisieren», sagt Peter Stadelmann, Delegierter der Nationalmannschaft und Chef von Vladimir Petkovic, «aber nach zwei Niederlagen kann keiner zufrieden sein.»

Nur ungern sieht er teils überzogen kritische Berichte in manchen Medien, aber er muss die «Macht des Totomats» schlucken. «Wir haben zu wenig Punkte. Nach der Niederlage in Slowenien trifft meine Aussage von vor der Partie in Maribor noch mehr zu», so der Anwalt aus der Ostschweiz weiter.

Die Nati in der Pflicht

«Mit San Marino spielt der Spielkalender aber für uns. Diese Aufgabe ist machbar und wir brauchen die Punkte.» Denn die Marge werde immer kleiner, auch wenn dank des verwässerten neuen Modus (24 statt 16 Teams an der EM 2016) «noch alles möglich ist».

Noch hat die Schweiz acht Partien, um sich für die Endrunde in Frankreich zu qualifizieren. Geht man davon aus, dass sich die Schweiz in ihrer Gruppe mit England, Slowenien, Estland, Litauen und San Marino drei Joker leisten kann, hat sie zwei bereits verspielt. «Wir wollen die ersten drei Punkte holen. Wir wissen, dass wir in der Pflicht stehen», so Mehmedi. Und ein Sieg gegen das schlechteste Nationalteam der Welt ist eine Pflicht.

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