Keine Basler in Schaffhausen
Aktualisiert

Keine Basler in Schaffhausen

Die Basler Fasnächtler machen an den ersten drei Sonntagen nach der Fasnacht Ausflüge mit ihren Trommeln und Piccolos. Nur die Schaffhauser wollen die Basler nicht haben. Bewilligungen gibt es vorerst nur an einem undenkbaren Datum.

Die Basler Fasnächtler zu verärgern, kann unangenehme Folgen haben. Dies weiss nun auch der Chef der Schaffhauser Verwaltungspolizei. Einer seiner Mitarbeiter hatte Anfang Januar gegenüber «Radio Basel 1» verlauten lassen, dass Basler Fasnächtler in Schaffhausen nicht erwünscht seien und fortan auch keine Bewilligung für musikalische untermalte Umzüge erhielten.

Stein des Anstosses war der sogenannte Bummelsonntag. An den drei auf die Fasnacht folgenden Sonntagen formieren sich die Basler Cliquen mit ihren Trommeln und Piccolos jeweils in fremden Orten zu Ausflügen, während denen auch getrommelt und gepfiffen wird und zwar des Klanges wegen am liebsten in den Altstadtgassen. Das ist der Bummelsonntag. Bei den Basler Fasnächtlern ist er sehr beliebt, bei den Bewohnern der besuchten Orte weniger.

In Schaffhausen seien vielfach Lärmklagen eingegangen, sagte der Mitarbeiter der Schaffhauser Verwaltungspolizei, deshalb gebe man keine Bewilligungen an Basler Fasnachtscliquen mehr.

Ausbaden musste die ausgelöste Welle der medialen Empörung Walter Pletscher, der Chef der Verwaltungspolizei eben. Nachdem «Basel 1» berichtet hatte, fragte auch der Schaffhauser Sender «Radio Munot» und auch das Schaffhauser Tagblatt bei Pletscher nach, was man gegen die Basler habe. Sofort verlangten Lokalpolitiker im Stadtrat Auskunft darüber, warum und seit wann man die Basler Fasnächtler ablehne.

In die Ecke gedrängt, gab Pletscher bekannt, es habe sich nur um ein Missverständnis gehandelt. Selbstverständlich dürfen die Basler kommen. Er liess unverzüglich vom Stadtrat ein Datum festlegen, an dem er Trommeln und Pfeifen bewilligen kann. Pletscher machte auch einen Vorschlag. Der 30. März sei geeignet, da finde auch ein Sonntagsverkauf statt und es gebe Publikum. Der Stadtrat bewilligte. Nur will so eine Bewilligung in Basel niemand und es hat auch niemand danach gefragt.

Nun kann der Tanz von vorn beginnen. Denn: Der 30. März ist keiner der drei Sonntage nach der Basler Fasnacht. Und die Basler Fasnächtler sind ausschliesslich an diesen Sonntagen unterwegs. Denn nur an diesen Sonntagen kriegen sie von der Basler Polizei eine Bewilligung nach ihrem Ausflug auch in der Stadt Basel zu Trommeln und zu Pfeifen.

(thi)

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