Aktualisiert 09.12.2008 09:17

FinanzkriseKeine Boni für Merrill-Lynch-Spitze

Nach einem öffentlichen Aufschrei verzichtet die Spitze der tief gefallenen US-Bank Merrill Lynch in diesem Jahr auf Bonuszahlungen. CEO John Thain hatte zuerst einen Bonus von 10 Millionen Dollar gefordert.

Bankchef John Thain und vier weitere Top-Manager des Instituts hätten den Verwaltungsrat darum gebeten, teilte die Bank am Montag (Ortszeit) mit. Das Gremium habe dem stattgegeben. Das «Wall Street Journal» hatte vor der Sitzung berichtet, Thain wolle einen Bonus von 10 Millionen Dollar.

In dem Bericht hatte es geheissen, Thain denke, er verdiene einen Bonus, obwohl die Bank in diesem Jahr fast pleite gegangen wäre. Thain argumentiere, dass er eine Krise schlimmeren Ausmasses verhindert habe.

Der Justizminister des US-Bundesstaats New York hatte die Bank daraufhin in einer scharf formulierten Erklärung vor der Zahlung von Boni gewarnt. Auch andere Politiker äusserten ihre Empörung über mögliche Bonuszahlungen, zumal Merrill Lynch im Zuge der Krise wie die meisten grossen Banken auch Steuergelder erhalten hatte.

Thain, Ex-Chef der New Yorker Börse, steht seit Ende 2007 an der Spitze von Merrill Lynch. Sein Grundgehalt beträgt laut Zeitung 750 000 Dollar im Jahr. Merrill Lynch war Mitte September angesichts eines drohenden Bankrotts unter das Dach der Bank of America geflüchtet.

(sda)

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