UBS: Keine Boni mehr für UBS-Präsident
Aktualisiert

UBSKeine Boni mehr für UBS-Präsident

Der Verwaltungsratspräsident der UBS erhält künftig keine Bonuszahlungen mehr, und für die Konzernleitung wird ein Bonus-Malus-System eingeführt. Dennoch gibts in Zukunft auch keine Lohn-Obergrenzen.

Die Grossbank UBS führt 2009 für die Konzernleitung neben einem Bonus- auch ein Malussystem ein. Zudem erhält der Verwaltungsratspräsident keine variable Vergütung mehr. Damit solle das Vergütungsmodell längerfristig ausgerichtet und enger an die unternehmerische Wertschaffung gekoppelt werden, teilte die UBS am Montag mit.

Das mit der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) besprochene Modell sieht laut UBS folgende wesentlichen Neuerungen vor: Der Verwaltungsratspräsident ist erstens nicht mehr in dieselben Anreizsysteme eingebunden wie die Konzernleitung und erhält keine variable Komponente mehr. Zweitens basiert die variable Barvergütung für die Konzernleitung auf einem Bonus-Malus-System. Und drittens gilt ein ähnliches Konzept für die variable Aktienbeteiligung.

Die Grossbank bestätigte zugleich, dass Verwaltungsratspräsident Peter Kurer und alle Mitglieder der Konzernleitung für das laufende Jahr keine Boni erhalten. Für alle Kader und Mitarbeitenden gehe die variable Vergütung für 2008 zudem deutlich zurück.

Im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik

Die Löhne und Bonuszahlungen der UBS sind seit der Verabschiedung des staatlichen Rettungspakets für die Grossbank im Zentrum der öffentlichen Kontroverse. Der Bund verband sein Engagement von sechs Milliarden Franken mit Auflagen für die Kompensationspolitik der UBS. Demnach muss die Grossbank ihr neues Entschädigungssystem der EBK zur Genehmigung unterbreiten und Auflagen einhalten, die über den neu zu definierenden Mindeststandard für die gesamte Branche hinausgehen. Zudem muss die UBS die Höhe des konzernweiten Pools für leistungsabhängige Vergütungen des Jahres 2008, dessen Zusammensetzung und Verteilung mit der EBK abstimmen und von dieser genehmigen lassen.

Wo bleiben die Boni-Rückzahlungen?

Finanzminister Hans-Rudolf Merz hatte zudem mehrmals erklärt, er erwarte, dass frühere UBS-Führungskräfte ungerechtfertigte Entschädigungen freiwillig zurückzahlen. Bisher hat erst Ex-Konzernchef Peter Wuffli auf zwölf Millionen Franken aus seinem Abgangspaket verzichtet, das ihm vertraglich nach der faktischen Entlassung im Juli 2007 zustand.

Erste Infos sickerten am Wochenende durch

Wie die Zeitung «Sonntag» vorgängig berichtete, werden in Zukunft Boni nicht mehr sofort ausbezahlt, sondern bleiben mindestens drei Jahre gesperrt.

Wenn sich in dieser Zeit herausstellt, dass die Gewinne nicht nachhaltig sind oder die individuelle Leistung nur kurzfristig Erfolg brachte, kann der Lohn auch nachträglich gekürzt werden – im Extremfall auf null. Es soll damit nicht mehr möglich sein, dass Manager wie Peter Wuffli nach ihrem Abgang nochmals 25 Mio. Franken erhalten, obwohl das Unternehmen Milliardenverluste schreibt. Eine Obergrenze soll es aber auch weiterhin nicht geben.

Um alle Neuerungen umzusetzen, muss die UBS ­bestehende Arbeitsverträge kündigen und neu aus­handeln. Die Eidgenössische Bankenkommission habe das System offenbar weitgehend abgesegnet. An der ausserordentlichen GV vom 27. November wird die Grossbank weiter informieren.

Interne Kritik missachtet

UBS-Topkader wie Marcel Rohner und Raoul Weil wussten spätestens seit November 2001 um die Risiken im US-Offshore-Geschäft. Gemäss «SonntagsZeitung» kritisierte ein UBS-Manager die damalige Praxis. Er empfahl eine Drosselung der Aktivitäten und den Aufbau eines von der UBS unabhängigen Anbieters. Der Manager verliess kurz darauf die Bank. Eine kanadische Zeitung berichtete am Freitag zudem über heikle Offshore-Geschäfte der UBS in Kanada.

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