Aktualisiert

Keine Chance für grosse Hunde in China

Hundebesitzer in Chinas Hauptstadt Peking stehen harte Zeiten bevor: Seit letzter Woche dürfen 41 grosse Hunderassen nicht mehr in der Stadt gehalten werden.

Anders als in Europa, wo es vor allem um die Gefahr durch Kampfhunde geht, stehen auf der chinesischen Liste Dalmatiner, Deutsche Schäferhunde, Collies und Terrier. Der Streit, ob Hunde ins Bett oder in den Kochtopf gehören, wird in China erbittert geführt.

Traditionell hielten in China früher nur wenige Menschen Hunde als Haustiere. Vielmehr gehören sie in dem Land eher zu den Tieren, die in den Kochtopf gehören. Wer sich dennoch einen Hund hielt, setzte ihn als Wächter ein.

Doch seit einiger Zeit gelten die Vierbeiner auch als Haustiere. Die Mode, sich einen Hund als Hausfreund und Begleiter zu halten, wird nicht nur von einsamen Rentnern, sondern auch von jungen, erfolgreichen Leuten vorangetrieben.

Der Regierung passt das überhaupt nicht: Die 41 Rassen ab einer Grösse von 35 Zentimetern seien von Natur aus gefährlich, begründet ein Verantwortlicher in der zuständigen Behörde das Verbot.

Neben dem Verbot der grossen Rassen gilt nun wie bei der Familienplanung mit der Ein-Kind-Politik für die Tierhaltung die Ein-Hund-Politik: Jede Familie darf von den verbleibenden, erlaubten Rassen nur noch einen Hund halten.

Das Verbot der Regierung stösst in China ebenso auf Zustimmung wie auf Enttäuschung. «Die Stadt sollte alle Hunde verbieten», erbost sich ein Hundegegner im Internet. «Chinas Bevölkerung ist sehr gross. Nicht einmal die Menschen haben genug Platz. Wie sollte dann noch welcher für Hunde da sein?», fragt ein anderer.

(sda)

Deine Meinung