Aktualisiert 07.06.2007 15:19

Keine Eingung bei G-8-Alternativgipfel

Ohne gemeinsame Erklärung ist am Donnerstag in Rostock die zentrale Gegenveranstaltung zum G-8-Gipfel in Heiligendamm zu Ende gegangen.

Dennoch zog Thomas Seibert von der Hilfsorganisation medico international eine positive Bilanz.

Der Alternativgipfel sei ein «grosser Erfolg» gewesen. «Wir haben ein ganz breites Spektrum erreicht.» Rund 2000 Teilnehmer aus Deutschland und 40 weiteren Ländern nahmen an den rund 130 Workshops teil.

Zur Abschlussveranstaltung in der Rostocker Nikolaikirche, auf der die alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva aus Indien eine Rede hielt, kamen nach Angaben der Veranstalter etwa 800 Menschen.

Dringende Themen seien in den vergangenen drei Tagen diskutiert worden, sagte Seibert. Zentrale Forderungen an die in Heiligendamm tagenden Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands gab es aber nicht.

Nach Ansicht der Organisatoren sind die G-8-Staaten nicht legitimiert, für den Rest der Welt zu sprechen. «Es ist nicht an Euch, sondern an uns, etwas zu ändern», fasste Mona Bricke vom Trägerkreis die Position des Alternativgipfels zusammen.

Ziegler prangert Hunger an

Der Schweizer Globalisierungskritiker und UNO- Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, hatte an den Vortagen den Hunger in der Welt angeprangert. Verantwortlich dafür seien die «mörderische Dumpingpolitik» der EU bei den Agrarsubventionen sowie internationale Konzerne.

Schwerpunktthemen des Alternativgipfels waren Klimawandel, «Klimagerechtigkeit», Bildung, Militarisierung und Migration. Daneben beschäftigten sich Workshops aber auch mit dem Nahostkonflikt, Islamfeindlichkeit, dem Trotzkismus und anderen Themen. Bei dem Alternativgipfel wirkten Organisationen wie Oxfam, IG Metall, Attac, Pro Asyl, Misereor und Greenpeace mit.

(sda)

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