Keine Elektro-Schocker auf Swiss-Flügen
Aktualisiert

Keine Elektro-Schocker auf Swiss-Flügen

Die Fluggesellschaft Swiss will ihre Sicherheitsleute nicht mit Elektro-Schockgeräten ausrüsten. «Die Wirksamkeit und Folgen dieser Schockgeräte sind zu wenig dokumentiert», meinte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.

Das Bundesamt für Polizei wollte dies prüfen, verzichtete aber darauf. Swiss hatte abgewinkt.

In Swiss-Maschinen fliegen auf einigen Routen schon seit geraumer Zeit mit Schusswaffen versehene «Sky Marshals» mit, wie sie die USA jüngst gefordert hatten. Es sind speziell ausgebildete Kantonspolizisten, Grenz- und Festungswächter. Ihre Waffen enthalten Spezialmunition, die etwa eine Bordwand nicht durchschlagen sollte.

Diese Sicherheitsleute regten an, ihre Ausrüstung mit den «Taser» genannten Elektro-Schockgeräten zu prüfen, wie Guido Balmer, Mediensprecher im Bundesamt für Polizei (fedpol.ch) am Mittwoch zu einem Vorabdruck des Magazins «Facts» sagte. Die Sicherheitsleute hätten den «Taser» für ein für ein taugliches Interventionsinstrument im Flugzeug gehalten.

Die Geräte verschiessen zwei an Pfeilen hängende Drähte, durch die dann Strom in den Körper des Angeschossenen fliesst. Sie haben eine Reichweite von sieben Metern.

Balmer sagte, die schweizerische polizeitechnische Kommission habe derartige Elektroschockgeräte getestet. In der Schweiz testen oder verwenden einige Polizeikorps und Sondereinheiten den «Taser».

Das fedpol.ch habe auf Anregung der Sicherheitsleute einer Prüfung der Geräte für den Einsatz im Flugzeug erst einmal zugestimmt. Weil die Airline Swiss dann Ablehnung signalisierte, habe das Amt beschlossen, eine Prüfung zu vertagen. Das Bundesamt für Polizei bildet die bewaffneten Flugbegleiter aus.

Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel erläuterte, seine Airline lehne die «Taser» in ihren Maschinen aus mehreren Gründen ab. Wirksamkeit und Folgen der Schockgeräte seien zu wenig dokumentiert. Der medizinische Aspekt harre der Klärung. Keine Fluggesellschaft habe weltweit solche Geräte an Bord. Nicht zuletzt seien die Maschinen der Swiss kein Testgelände für polizeiliche Interventionsmittel. (sda)

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