Interessenten ziehen sich zurück: Keine Fernbusse mehr in der Schweiz

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Interessenten ziehen sich zurückKeine Fernbusse mehr in der Schweiz

Die letzten beiden Schweizer Bus-Unternehmen ziehen sich zurück. Die Schuld dafür geben sie unter anderem der Corona-Krise – und dem Bund.

von
Reto Heimann
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Der Schweizer Anbieter Eurobus zieht sich aus dem Fernbus-Geschäft zurück.

Der Schweizer Anbieter Eurobus zieht sich aus dem Fernbus-Geschäft zurück.

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Weil das gleichzeitig auch der österreichische Anbieter «Dr. Richard» tut, gibt es in der Schweiz künftig kein Fernbus-Netz mehr. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Weil das gleichzeitig auch der österreichische Anbieter «Dr. Richard» tut, gibt es in der Schweiz künftig kein Fernbus-Netz mehr. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

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Beide Anbieter haben ihr Gesuch beim zuständigen Bundesamt zurückgezogen (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Beide Anbieter haben ihr Gesuch beim zuständigen Bundesamt zurückgezogen (KEYSTONE/Urs Flueeler)

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Darum gehts

  • Die zwei letzten Fernbus-Betreiber ziehen sich aus dem Schweizer Markt zurück.
  • Schuld sind die Corona-Krise und der Bund.
  • In der Schweiz fährt nur noch Flixbus – aber nur zu Zielen im Ausland.

Mit dem Bus günstig von A nach B innerhalb der Schweiz reisen: Das wird es in der Zukunft nicht mehr geben. Sowohl der aargauische Anbieter Eurobus als auch das österreichische Bus-Unternehmen Dr. Richard stellen ihren Betrieb schweizweit ein. Sie haben ein entsprechendes Gesuch beim Bundesamt für Verkehr zurückgezogen, wie CH Media berichtet.

Die Corona-Krise habe das Verhältnis zum öffentlichen Verkehr verändert, sagt Eurobus-Geschäftsführer Philipp Vasalli. Die Leute würden viel weniger reisen als noch vor wenigen Monaten. Hinzu komme das Problem, dass die Abstandregeln in den eng bestuhlten Bussen kaum umgesetzt werden könnten.

Strategie konnte nicht umgesetzt werden

Eurobus gibt auch dem Bund eine Mitschuld am Scheitern. Das Bundesamt für Verkehr habe von Interessenten verlangt, dass sie sich vor Erteilung einer Konzession auf eine gemeinsame Strategie festlegen würden. Konkret habe das bedeutet, dass Eurobus seine ursprünglich geplante Strategie nicht durchziehen konnte, sagt Vasalli.

Damit bleibt der deutsche Anbieter Flixbus das einzige Busunternehmen im Schweizer Markt. Flixbus fährt aber aus der Schweiz nur ausländische Ziele an. Wer sich innerhalb der Schweiz fortbewegen will, dem bleibt nur noch der Zug – oder halt das Auto.

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