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Olympische SpieleKeine Fragen zu Salär und Sex

Die Bewohner von Peking sollen sich Olympia-Besuchern gegenüber anständig benehmen. Auf Postern werden sie angehalten, die Gäste nicht mit allzu intimen Fragen zu behelligen.

Die Propagandaabteilung des zentralen Stadtbezirks Dongcheng hat die Plakate produziert, um die Bewohner anzuweisen, wie sie die Besucher der Olympischen Spiele anständig willkommen heissen, erklärte Wang Zhaoqian, eine Sprecherin der Stadtverwaltung, gemäss Medienberichten. Zum Bezirk Dongcheng gehören die Verbotene Stadt und der Tiananmen-Platz, zudem finden dort die olympischen Boxwettkämpfe statt.

Eines der Poster bezieht sich auf die «Etikette beim Gespräch mit Ausländern». Diesen sollen keiner persönlichen Fragen gestellt werden nach Alter, Lohn, Liebesleben, Gesundheit, Einkommen, politischen Ansichten, religiösen Überzeugen und persönlichen Erfahrungen. «Für Chinesen ist es normal, neuen Bekanntschaften solche Fragen zu stellen, aber Ausländer reagieren darauf negativ», erklärte die Sprecherin der Stadt.

Ein weiteres Plakat will die Bewohner von Peking zu einem korrekten Umgang mit Behinderten anleiten – nach den «regulären» Spielen finden in Peking die Paralympics statt. Die Poster im Stadtzentrum sind Teil einer Kampagne zur Verbesserung von Chinas Image. So wurden unter anderem Kampagne lanciert, mit denen die Leute aufgefordert werden, geduldig in einer Linie zu warten, in der Öffentlichkeit nicht mehr auszuspucken und ihr oft rowdyhaftes Verhalten hinter dem Lenkrad zu verbessern.

Anweisungen für Besucher

Allerdings fehlt es auch nicht an Anweisungen für die Besucher. Anfang Juni veröffentlichte das Organisationskomitee der Spiele einen Verhaltenskodex. Demnach ist es verboten, irgend etwas einzuführen, was schädlich ist für Chinas Ansehen, seien es Druckerzeugnisse, Fotos, Videos oder sonstige Dinge. Auch wird Olympia-Touristen eingeschärft, keine Demonstrationen abzuhalten. Letzte Woche haben die Behörden zwar angekündigt, entsprechende Zonen einrichten zu wollen, aber wo genau die sein sollen, ist unklar.

Der Hintergrund der Massnahmen ist klar: Nach den Unruhen in Tibet im März und den Protesten beim weltweiten Fackellauf soll alles vermieden werden, was das schöne Bild stören könnte, das China mit den Spielen verbreiten will. Auch die verschärften Visavorschriften vor allem für Geschäftsleute sind Teil dieser Kontroll-Manie. Die Pekinger Hotels klagen bereits, dass die Buchungen deutlich hinter den Erwartungen zurückliegen. Gemäss «Frankfurter Allgemeine Zeitung» ist es kein Problem, selbst während den Spielen ein günstiges Hotelzimmer in der Hauptstadt zu finden.

(pbl)

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