Aktualisiert 04.01.2013 10:51

Horoskope im Radio

«Keine Gebührengelder für Scharlatane»

Die Freidenker wollen Astrologen mit einer Petition aus dem Radioprogramm kippen. «Astrologie ist reine Quacksalberei», finden sie. SRF hält aber an ihnen fest.

von
L. Hanselmann
In der Kritik: Monika Kissling alias Madame Etoile.

In der Kritik: Monika Kissling alias Madame Etoile.

«Der Mond steht im Partyzeichen Löwe in Harmonie mit der Venus. Das sind beste Voraussetzungen für ein rauschendes Fest.» So beginnt der letzte Beitrag von Monika Kissling alias Madame Etoile am 31. Dezember auf SRF 3. Neun Tage zuvor stellte Bettina Bettini auf Radio SRF Musikwelle fest: Der Heiligabend werde «besinnlich».

Mit solchen Horoskopen auf dem Staatsradio soll bald Schluss sein: Der Präsident der Zürcher Freidenker, Andreas Kyriacou, hat gestern eine Petition lanciert, um die Astrologen sofort abzusetzen. «Astrologie ist reine Quacksalberei. Es ist sicher nicht Auftrag des SRF, solche Scharlatanerie zu unterstützen.»

«Widerlegte Pseudo-Wissenschaft»

Innert weniger Stunden haben über 100 Personen unterschrieben. Auch die Schweizer Freidenker, Adriano Mannino von der Giordano Bruno Stiftung sowie der Vorstand der Skeptiker Schweiz stehen hinter der Petition.

TalkTäglich vom 06.06.2012

«Wir sind der Meinung, dass Astrologie als widerlegte Pseudo-Wissenschaft nicht durch Gebührengelder unterstützt werden darf», so Skeptiker Marko Kovic. SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer hält die Petition zwar für übertrieben, kritisiert aber: «SRF nähert sich immer mehr der ‹Klatschheftli-Kultur› an.»

SRF verweist auf Programmauftrag

SRF-Sprecher Marco Meroni entgegnet, dass Unterhaltung auch zum Programmauftrag gehöre und die Horoskope bei den Zuhörern sehr beliebt seien. Und Madame Etoile, die seit 1990 für das Staatsradio Horoskope erstellt, betont, dass sie absolut seriös arbeite: «Astrologie ist mitnichten Scharlatanerie, sondern die älteste Erfahrungswissenschaft überhaupt.»

Freidenker Kyriacou braucht aber keinen Blick in die Sterne: Er ist sich sicher, dass er die Petition bald SRF-Direktor Rudolf Matter übergeben kann. (Mitarbeit: HIT)

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