Hanfbauer im Gefängnis: Keine Gnade für Bernard Rappaz
Aktualisiert

Hanfbauer im GefängnisKeine Gnade für Bernard Rappaz

Die Walliser Regierungsrätin Esther Waeber-Kalbermatten hat den erneuten Antrag Rappaz' auf Haftunterbruch abgelehnt.

Bernard Rappaz muss weiter im Gefängnis bleiben.

Bernard Rappaz muss weiter im Gefängnis bleiben.

Wegen schweren Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz war Rappaz im November 2008 vom Kantonsgericht zu fünf Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im März dieses Jahres trat er seine Strafe an, begann aber sogleich einen Hungerstreik.

Aus medizinischen Gründen wurde die Strafe im Mai vorübergehend ausgesetzt. Als der Hanfbauer Ende Mai wieder inhaftiert wurde, trat er erneut in einen Hungerstreik und weigerte sich zwischenzeitlich auch, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Zurzeit befindet sich Rappaz aufgrund seines Gesundheitszustandes im Universitätsspital Genf.

Als Rappaz wieder zurück ins Gefängnis musste, betonte Waeber- Kalbermatten, Vorsteherin des Sicherheitsdepartements, man werde die Strafe kein zweites Mal unterbrechen. Entsprechend ihrer damaligen Aussage lehnte die Regierungsrätin am Mittwoch nun den Antrag des Hanfbauers ab.

Bei ihrem Entscheid beruft sich die Regierungsrätin auf eine Direktive der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Diese besagt, dass die Ärzte früher festgelegte Weisungen der Erkrankten respektieren müssen.

Denn für den Fall, dass sein Gesundheitszustand aufgrund des Hungerstreiks kritisch würde, hatte Rappaz festgelegt, dass er weder zwangsernährt noch medizinische oder lebensverlängernde Massnahmen ergriffen werden dürfen. Gleichzeitig soll ein Gesuch um Haftunterbruch aus medizinischen Gründen gestellt werden.

(sda)

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