Keine Gnade für nachlässige Lehrerinnen
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Keine Gnade für nachlässige Lehrerinnen

Weil sie ihre Aufsichtspflichten verletzten, sind zwei Lehrerinnen am Montag vom Kantonsgericht Freiburg zu 10 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt worden.

Die beiden hatten 2002 im Hallenbad von Châtel-St-Denis nicht bemerkt, dass ein Schüler am Ertrinken war.

Der neunjährige Bub verbrachte mehrere Minuten bewusstlos auf dem Boden des Schwimmbads, bevor eine der Lehrerinnen ihn herausfischte. Heute ist der Junge schwer behindert und wird dies laut den Ärzten bis an sein Lebensende bleiben.

Eine der Lehrerinnen hatte einige Kinder tauchen lassen, ohne den Rest des Bades zu überwachen. Die andere hatte ihren Posten am Rand des Bassins verlassen, um ein disziplinarisches Problem zu regeln.

Das Freiburger Kantonsgericht befand die beiden Lehrerinnen in zweiter Instanz der schweren Körperverletzung schuldig. Die beiden hätten ihre Aufsichtspflicht verletzt, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilsverkündung am Montagabend.

Das Gericht folgte vollumfänglich den Entscheiden der ersten Instanz, des Strafgerichts. Der Rekurs der Lehrerinnen wurde abgewiesen und beide zu einer zehntägigen Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt.

Dem Prozess wird wohl ein neuerlicher vor dem Zivilgericht folgen: Die Eltern des Kindes wollen die Arbeitgeber der beiden Lehrerinnen - die Gemeinde Châtel-St-Denis und den Kanton Freiburg- nämlich dazu zwingen, den Lebensunterhalt des Kindes zu übernehmen. Dies könnte Millionen kosten.

(sda)

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