Beziehungsdrama Näfels GL: «Keine Hinweise auf eine Gefährlichkeit»

Aktualisiert

Beziehungsdrama Näfels GL«Keine Hinweise auf eine Gefährlichkeit»

Der Mann, der beim Beziehungsdelikt in Näfels ums Leben kam, ist am Donnerstag schon auffällig geworden. Jetzt äussert sich die Kapo Zürich.

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nk / bla

Auf dem Flug von Istanbul nach Zürich am Donnerstagabend kam es zu turbulenten Szenen. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)

Bei einem Beziehungsdrama in Näfels GL ist am Freitagabend ein 30-Jähriger vor Ort verstorben, eine Frau wurde mit schwersten Augenverletzungen und Prellungen ins Unispital Zürich gebracht.

Der Mann hatte schon am Donnerstag einen Polizeieinsatz ausgelöst: Auf dem Flug von Istanbul nach Zürich zwang er offenbar zwei Kinder, Joghurt-Drinks zu trinken und rief «Allahu Akbar». Er wurde von Crew und Passagieren überwältigt und am Flughafen Zürich der Polizei übergeben.

Daraufhin fiel der Türke in Ohnmacht. Wie Polizeisprecher Werner Schaub am Freitag zu 20 Minuten sagte, sei der Mann nicht verhaftet, sondern mit der Ambulanz ins Spital gefahren worden. Er konnte es laut Kapo Glarus am Freitag wieder verlassen – nur wenige Stunden, bevor in Näfels die Bluttat geschah.

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In der Lintharena ereignete sich in der Nacht auf den 12. Mai ein Beziehungsdrama. Ein Mann starb, eine Frau wurde schwer verletzt. Jetzt ist die Todesursache bekannt.

In der Lintharena ereignete sich in der Nacht auf den 12. Mai ein Beziehungsdrama. Ein Mann starb, eine Frau wurde schwer verletzt. Jetzt ist die Todesursache bekannt.

lintharena.ch
Der Mann starb an akutem Herzversagen infolge übermässiger Ausschüttung von Stresshormonen. Alkohol und Drogen waren nicht im Spiel, wie die Staatsanwaltschaft Glarus mitteilt.

Der Mann starb an akutem Herzversagen infolge übermässiger Ausschüttung von Stresshormonen. Alkohol und Drogen waren nicht im Spiel, wie die Staatsanwaltschaft Glarus mitteilt.

Leser-Reporter
Bei dem Toten handelt es sich laut Kapo Glarus um den «Allahu-Akbar»-Rufer, der zwei Tage zuvor auf dem Flug von Istanbul nach Zürich von Crew und Passagieren überwältigt wurde.

Bei dem Toten handelt es sich laut Kapo Glarus um den «Allahu-Akbar»-Rufer, der zwei Tage zuvor auf dem Flug von Istanbul nach Zürich von Crew und Passagieren überwältigt wurde.

Leser-Reporter

Er wurde mehrfach bewusstlos

Hat die Kapo Zürich die Gefahr unterschätzt, die von dem Mann ausging? «Nein, sicher nicht», sagt Sprecher Beat Jost auf Anfrage. «So, wie sich die Situation uns präsentiert hat, sind wir nicht von einem gefährlichen, sondern von einem psychisch kranken Mann ausgegangen.»

Die Kantonspolizei Zürich sei am Donnerstagabend um 22.30 Uhr zum Flugzeug der Turkish Airlines ausgerückt, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Der in den USA wohnhafte Mann sei durch die Crew für die Landung an einem Stuhl festgebunden worden war. Der Passagier hatte offensichtlich ein medizinisches und allenfalls psychisches Problem. Der 30-jährige Mann reagierte nicht auf Fragen der Polizisten und wurde mehrfach bewusstlos.

Man habe deshalb die Sanität aufgeboten. Gleichzeitig sei durch die Grenzkontrolle abgeklärt worden, dass der türkische Staatsbürger legal in die Schweiz einreisen durfte und dass er weder ausgeschrieben noch polizeilich bekannt war. Es hätten keine Hinweise auf eine Gefährlichkeit bestanden. Der Mann wurde mit der Ambulanz ins Spital gebracht.

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