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BundesratswahlenKeine junge Mutter auf dem Bundesratsticket: SP erntet Kritik

Die SP hat entschieden: Entweder Eva Herzog oder Elisabeth Baume-Schneider soll Simonetta Sommarugas frei werdenden Bundesratssitz beerben. Damit werde laut höchster Schweizerin ein Problem deutlich: Politik und Kinder vor allem bei jungen Eltern seien unvereinbar. 

von
Yasmin Rosner
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Eva Herzog gibt an einer Pressekonferenz im Hotel Bern in Bern ihre Bundesratskandidatur bekannt. 

Eva Herzog gibt an einer Pressekonferenz im Hotel Bern in Bern ihre Bundesratskandidatur bekannt. 

Franziska Rothenbuehler
Elisabeth Baume-Schneider wird neben Eva Herzog ins Rennen geschickt. Die Wahl ist am 7. Dezember.

Elisabeth Baume-Schneider wird neben Eva Herzog ins Rennen geschickt. Die Wahl ist am 7. Dezember.

20min/Stefan Lenz
Regierungsrätin Evi Allemann, Vorsteherin der Direktion für Inneres und Justiz, wird nicht mehr antreten. Bei einer parteiinternen Wahl hatte sie das Nachsehen.

Regierungsrätin Evi Allemann, Vorsteherin der Direktion für Inneres und Justiz, wird nicht mehr antreten. Bei einer parteiinternen Wahl hatte sie das Nachsehen.

Franziska Rothenbuehler

Darum gehts

  • Am 7. Dezember wird über die Nachfolge von Simonetta Sommaruga entschieden.

  • Die SP schickt Eva Herzog und Elisabeth Baume-Schneider ins Rennen.

  • Die deutlich jüngere Kandidatin, Evi Allemann, hat das Nachsehen. 

  • Dies stösst auf Kritik.

Ausgerechnet die junge Mutter hat es nicht aufs Ticket geschafft: Die Berner SP-Regierungsrätin Evi Allemann ist in der parteiinternen Ausmarchung für die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga gescheitert. Die SP-Bundeshausfraktion hat den deutlich älteren Ständerätinnen Eva Herzog aus Basel und Elisabeth Baume-Schneider aus dem Jura den Vorzug gegeben.

Der Entscheid stösst auf Kritik, zumal die SP jüngst eine Debatte über die Vereinbarkeit von politischen Ämtern und Familie angestossen hat. Für Irène Kälin von den Grünen «mutet es komisch an», dass nun keine junge Mutter auf dem SP-Ticket steht. «Da frage ich mich, warum die SP diese Diskussion überhaupt führen wollte», sagt sie in der «SonntagsZeitung». Kälin hat zuletzt als Nationalratspräsidentin und Mutter eines vierjährigen Sohnes eine Vorbildfunktion beim Thema Vereinbarkeit eingenommen und fordert ein Umdenken.

Wer soll Nachfolgerin von Simonetta Sommaruga werden?

Wer heute in den Bundesrat gewählt würde, könne «aktiv kaum elterliche Aufgaben in einer jungen Familie übernehmen». Daher ihr Vorschlag: Die Regierung «müsste auf neun Mitglieder vergrössert» werden, auch Jobsharing könnte eine Option sein. Auf jeden Fall müsse man «endlich die Rahmenbedingungen schaffen, damit Politik und Familie auch für junge Eltern in den höchsten Ämtern miteinander vereinbar werden». 

Mit ihrer Kritik an der Nomination von Herzog und Baume-Schneider steht Kälin nicht alleine da, wenn auch aus anderen Gründen. Verärgert ist auch die FDP, weil die SP kein reines Ticket mit Kandidatinnen aus der Deutschschweiz präsentiert. «Unsere Anforderung ist nicht erfüllt», sagt FDP-Vizepräsident Andrea Caroni. Wie der Freisinn darauf reagieren wird, lässt er offen. Das müsse nun die Fraktion entscheiden.

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