Millionenschaden: Keine Klage gegen Ex-Swissair-Verwaltungsräte
Aktualisiert

MillionenschadenKeine Klage gegen Ex-Swissair-Verwaltungsräte

Das Bezirksgericht Zürich hat eine Schadenersatzklage auf 150 Millionen Euro gegen zehn ehemalige Verwaltungsratsmitglieder der zusammengebrochenen Luftverkehrsholding SAirGroup abgewiesen.

Die Klage war von der in Liquidation befindlichen SAirGroup AG, zu der unter anderen auch die Swissair gehört hatte, im Zusammenhang mit einer Rekapitalisierung der belgischen Sabena Anfang 2001 erhoben worden, wie das Gericht am Freitag bekannt gab. Die SAirGroup war mit 49,5 Prozent an der Sabena beteiligt.

Die Klägerin vertrat gemäss Mitteilung die Auffassung, die ehemaligen Verwaltungsräte hätten mit dem Beschluss, die Sabena finanziell zu unterstützen, ihre Pflichten verletzt und einen Schaden von 150 Millionen Euro oder umgerechnet etwa 225 Millionen Franken angerichtet. Das Bezirksgericht Zürich kam in seinem Urteil vom vergangenen 23. Juni zum Schluss, der Entscheid erscheine unter Würdigung der gesamten damaligen Umstände als vertretbar und als nicht pflichtwidrig, unabhängig von der Frage einer allfälligen Pflichtverletzung der Verwaltungsräte bei der Entscheidfindung. Deshalb wurde die Klage abgewiesen. Das Urteil ist gemäss Mitteilung noch nicht rechtskräftig.

Der finanzielle Kollaps der SAirGroup hatte Anfang Oktober 2001 zum Grounding der Swissair geführt. Zuvor hatte sich die Dachholding im Rahmen einer aggressiven Expansionsstrategie nicht nur an Sabena, sondern auch an mehreren andern europäischen Fluggesellschaften massgeblich beteiligt. (dapd)

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