Bio-Label verweigert: Keine Knospe für Aldi und Lidl

Aktualisiert

Bio-Label verweigertKeine Knospe für Aldi und Lidl

Bio Suisse will die Produkte mit dem Bio-Label Knospe nicht in Harddiscountern wie Aldi und Lidl zu Dumpingpreisen verramschen. Dazu wurden die Knospe-Richtlinien geändert. Wer als Produzent dennoch Knospe-Produkte liefern will, braucht eine Bewilligung.

Die Richtlinien wurden an der Delegiertenversammlung vom 22. April in Olten geändert, bestätigte Jacqueline Forster, Sprecherin beim Dachverband Bio Suisse, einen Bericht der Konsumzeitschrift «Saldo» vom Dienstag. Ihr Verband wolle kein «Bio» zum Dumpingpreis. Die Knospe-Produzenten wollten sich nicht diesem Preisdruck aussetzen.

Dennoch gräbt Bio Suisse Aldi und Co. die Zufuhr von heimischen Bio- und sogar Knospe-Produkten nicht total ab. Wie Forster ausführte, sind die neuen Richtlinien differenziert.

Markenname statt Knospe

So gibt es zum einen Lizenzverträge mit Vermarktern und Verwertern. Stelle eine Mühle ein Müesli oder ein Mehl aus Knospe- Produkten her, dürfe sie dies an Harddiscounter verkaufen, erklärte Forster. Dabei müsse aber der Markenname den Marktauftritt dominieren und nicht das Knospe-Label.

Bio-Landwirten stehe es frei, ihre Produkte den Harddiscountern zu verkaufen, sagte Forster weiter. Bio-Eier vom Bio-Bauern Müller beispielsweise könnten problemlos bei Aldi verkauft werden. Sobald die Eier aber mit dem Knospe-Label beworben und angeboten werden sollen, bedürfe es einer ausdrücklichen Bewilligung.

Label-Dschungel

Zum Bio-Label-Dschungel erklärte Forster auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, Coops «naturaplan» entspreche als Linzenznehmerin voll dem Knospe-Label sowohl bei Inland- als auch Importprodukten.

Das «bio»-Label der Migros erfülle bei Inlandprodukten die Knospe- Standards, bei Importen nicht unbedingt. Aldis «Natur aktiv» stehe für Bioprodukte, diese erfüllten aber lediglich die minimalen gesetzlichen Vorschriften der Schweiz oder der EU.

(sda)

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