Keine Landreserven für Flughafen Zürich
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Keine Landreserven für Flughafen Zürich

Der Regierungsrat des Kantons Zürich will nicht vorsorglich Land sichern in Hinblick auf ein allfälliges Parallelpistensystem am Flughafen. Er ist aber bereit, mit abzuklären, was dies für Auswirkungen hätte.

Eine Begleitung der Abklärungen durch den Kanton erfolge auf Wunsch des Bundes, schreibt die Volkswirtschaftsdirektion in einer Mitteilung vom Montag. Der Bund hatte Anfang Juli Grundsätze für weitere Arbeiten am so genannten SIL-Prozess am Flughafen Zürich festgelegt. Demnach werden Optimierungsmöglichkeiten für verschiedene neue An- und Abflugvarianten gesucht.

Die Variante mit Parallelpisten soll zwar vorläufig nicht weiter verfolgt werden. Der Bund möchte aber doch wissen, welche Auswirkungen es auf die Flughafengemeinden hätte, wenn für solche Varianten in der Raumplanung vorsorglich Land gesichert würde.

Er führt deshalb entsprechende Abklärungen. Auf Wunsch des Bundes werden diese begleitet von Fachstellen des Kantons Zürich. Dies ändert laut Mitteilung aber nichts an der Haltung des Regierungsrates, der Parallelpisten und deren raumplanerische Sicherung weiterhin ablehnt.

Einschränkungen für Gemeinden

Erstens wären solche Pisten mit dem Moorschutz nicht vereinbar, heisst es in der Mitteilung. Zweitens hätte die Ausscheidung von Landreserven erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden.

Wie Christian Schärli, Projektleiter Umsetzung Flughafenpolitik im kantonalen Amt für Verkehr auf Anfrage sagte, würde dies namentlich bedeuten, dass die Gemeinden in bestimmten Gebieten nicht mehr bauen könnten, ihre Entwicklung also nur noch beschränkt möglich wäre.

Indem der Kanton sich an den Abklärungen beteilige, ist laut Mitteilung der Informationsfluss gesichert. Zudem werde der Kanton in die Lage versetzt, die Zweckmässigkeit der Untersuchungen und die Ergebnisse fundiert zu beurteilen.

Im Zusammenhang mit dem SIL-Prozess führt der Kanton auch Gespräche mit den Gemeinden in der Umgebung des Flughafens. Diskutiert werden unter anderem die Auswirkungen von Flughafenanlagen und Fluglärm auf die Ortsplanung und -entwicklung. Aber auch das Thema Parallelpisten werde im Rahmen dieser Gespräche aus Sicht der Gemeinden angeschaut, sagte Schärli.

Der SIL-Prozess (»Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt») hat 2004 begonnen und soll 2009 abgeschlossen sein. Er gibt den raumplanerischen Rahmen für den Flughafen vor. Ziel ist unter anderem die Ermittlung eines neuen An- und Abflugverfahrens mit einer für alle betroffenen Regionen tragbaren Lärmbelastung. (sda)

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