Aktualisiert 25.08.2015 14:34

RisikogruppenKeine Leberflecken, kein Hautkrebs? Falsch!

Je mehr Leberflecken, desto grösser das Hautkrebsrisiko, heisst es. Doch ganz so einfach ist es nicht. Forscher warnen davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

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Auch Menschen mit wenig Leberflecken sind gefährdet.

Auch Menschen mit wenig Leberflecken sind gefährdet.

Das Hautkrebsrisiko ist nicht für alle Menschen gleich hoch: So gelten Menschen mit sehr heller Haut, Rothaarige und Personen mit mehr als 50 Leberflecken laut Faustregel als besonders gefährdet. Doch eine Studie von Forschern der Harvard Medical School rüttelt nun daran.

Laut dem Team um Dermatologin Caroline C. Kim sind auch Menschen mit keinen oder nur wenigen Muttermalen nicht dagegen gefeit. Im Gegenteil: Sie entwickeln sogar deutlich aggressivere Melanome als Personen mit vielen Leberflecken, heisst es in einer Mitteilung. Bei ihnen wachsen die Hautwucherungen nicht nur schneller, sondern streuen auch stärker, wie aus der Auswertung der Krankenakten von 281 Hautkrebspatienten hervorgeht, die sich zwischen 2013 und 2014 in einer Bostoner Klinik einer Behandlung unterzogen haben.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

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Das könnte laut Kim zwei Gründe haben: Zum einen wiegen sich Menschen mit wenig Pigmentstörungen eher in Sicherheit und schützen sich entsprechend weniger. Möglicherweise gehen sie auch später zum Arzt.

Zum anderen könnte es auch biologische Gründe haben. Denn nicht alle Melanome sind genetisch gleich. Es sei daher gut möglich, dass es verschiedene Wege der Entstehung von Melanomen bei diesen beiden Patientengruppen gebe, so Kim. Sie rät, sich unabhängig von der Hautbeschaffenheit vorzusehen und sich regelmässig zu kontrollieren.

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