150 Kilo Heroin: Keine Milde für Rekordschmuggler

Aktualisiert

150 Kilo HeroinKeine Milde für Rekordschmuggler

Ein 51-jähriger türkischer Transportunternehmer muss elf Jahre ins Gefängnis, weil er vor zwei Jahren 150 Kilogramm Heroin von Bulgarien in die Schweiz schmuggeln wollte. Das Kantonsgericht St. Gallen hat im Berufungsprozess eine Strafreduktion abgewiesen.

Es bestätigte das Urteil des Kreisgerichts Rheintal vom September 2008 wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie die Gerichtsschreiberin am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Das Kantonsgericht verhandelte den Fall am Mittwoch. Der Angeklagte gab zu, das Heroin in der Fahrerkabine einer Zugmaschine ohne Aufleger von Bulgarien via Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich bis zum Zoll in Diepoldsau im St. Galler Rheintal transportiert zu haben. Dort blieb er in einer Kontrolle hängen.

Unter Druck der PKK

Er sei von Männern der kurdischen Untergrundorganisation PKK mit dem Tod bedroht worden, sollte er den «Stoff» nicht in die Schweiz bringen, sagte der Mann zweier Frauen und Vater von zehn Kindern vor Gericht. Sein Anwalt forderte eine Freiheitsstrafe von weniger als sieben Jahren. Sein Mandant sei ein «reiner Kurier» gewesen.

Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft war dagegen klar, dass der Türke die Drogen «ganz und gar freiwillig» hatte hierher transportieren wollen. Die PKK-Geschichte sei erfunden. Er forderte eine Verschärfung der Freiheitsstrafe um ein Jahr auf zwölf Jahre. Das Kantonsgericht hat mit seinem Urteil die Berufungen abgelehnt.

Bei den 150 Kilogramm Drogen handelte es sich um die grösste Menge geschmuggelten Heroins, die in der Schweiz je sichergestellt wurde.

(sda)

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