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G-20-FinanzministerKeine Obergrenze für Banker-Boni

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) wollen vorerst an ihrer expansiven Konjunkturpolitik festhalten. In Sachen Banker-Boni wurde jedoch keine Obergrenze festgelegt.

Die Finanzminister einigten sich bei ihrem Treffen in London auf Einschnitte bei Bonuszahlungen für Banker. Bankmanager sollen künftig nur für langfristige statt für kurzzeitige Erfolge Prämien erhalten, wie aus dem Abschlussdokument hervorgeht. Zudem wurde eine mögliche Rückforderung der Boni vereinbart.

Allerdings wurden auf dem Finanzgipfel in London keine Höchstgrenzen für Boni beschlossen. Bei der Frage der Managervergütung standen sich bislang Deutschland, Frankreich und eine Reihe anderer europäischer Staaten auf der einen und die USA und Grossbritannien auf der anderen Seite gegenüber, die gegen eine Begrenzung eintraten.

Weiterhin Geld in Wirtschaft pumpen

Man werde solange Geld in die Volkswirtschaften pumpen, bis die konjunkturelle Erholung gesichert sei, hiess es im Abschlusskommunique der G20-Finanzminister und - Notenbankchefs.

Danach werde die Gruppe eine transparente und koordinierte Rücknahme ihrer konjunkturstützenden Massnahmen einleiten. Dabei werde die G-20 mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Financial Stability Board (FSB) zusammenarbeiten. Zugleich kam das G20-Treffen am Samstag überein, die Eigenkapitalausstattung der Banken zu verbessern.

Das Treffen der Finanzminister in London diente der Vorbereitung des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer Ende September in Pittsburgh in den USA.

(sda)

G-20

Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) wurde 1999 ins Leben gerufen und ist ein Zusammenschluss von 19 Staaten und der Europäischen Union (G7 und 12 weitere Staaten, sowie EU-Präsidentschaft). Sie soll als Forum für Kooperation und Konsultation in Fragen des internationalen Finanzsystems dienen.

Mitgliedstaaten: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei, das Vereinigte Königreich, die USA und die Europäische Union (EU).

Die EU wird jeweils im Rotationsprinzip von dem Land vertreten, welches im betreffen Halbjahr die Ratspräsidentschaft einnimmt.

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