Bomben versandt: Keine Pakete mehr aus Griechenland
Aktualisiert

Bomben versandtKeine Pakete mehr aus Griechenland

Während zwei Tagen werden keine Pakete mehr von Griechenland aus versandt – erst müssen sie genau kontrolliert werden. Explosives sollte auch Silvio Berlusconi erhalten.

Nach der Paketbombenserie gegen ausländische Botschaften und der Sendung eines explosiven Pakets an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Griechenland um Mitternacht die gesamte Luftfracht ins Ausland für 48 Stunden eingestellt. Die griechische Polizei wolle alle Pakete kontrollieren, die im Athener Flughafen waren, berichtete das Staatsfernsehen (NET) am späten Dienstagabend.

Fast gleichzeitig wurde gemäss griechischen und italienischen Medien eine Maschine einer Kurierfirma ausserplanmässig auf dem Flughafen der italienischen Stadt Bologna zur Landung gezwungen. Im Flugzeug sei ein verdächtiges Paket entdeckt worden, hiess es.

Als die Einsatzkräfte versuchten, das Paket zu öffnen, ging es in Flammen auf, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf Ermittler. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen. Das Paket soll Polizeikreisen zufolge an Ministerpräsident Silvio Berlusconi adressiert gewesen sein.

Das aus Athen kommende Flugzeug, in dem das verdächtige Paket sichergestellt wurde, war letzten Angaben zufolge auf dem Weg nach Paris, meldete die Zeitung «Corriere della Sera». Zuvor hatte es geheissen, die Maschine sei auf dem Weg nach Rom zu einer Landung in Bologna umdirigiert worden.

Brennende Autos - zwei Festnahmen

Die griechischen Sicherheitskräfte bleiben wegen der Bombenserie in Alarmbereitschaft. In der Nacht zum Mittwoch zündeten mutmassliche Sympathisanten der Terroristen, die für die Bombenserie verantwortlich sind, mehrere Autos in Athen an.

Die griechische Polizei nahm unterdessen zwei mutmassliche Mitglieder einer Untergrundorganisation fest. Sie hatten zwei Bomben bei sich, die sie an die belgische Botschaft in Athen und an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy schicken wollten. Zudem veröffentlichte die Polizei in Athen Fotos von weiteren fünf Verdächtigen.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou verurteilte die Bombenserie am Dienstagabend in einer Rede. «Wir verurteilen es aufs Schärfste und widersetzen uns unerbittlich jedem, der mit Terroraktionen und Gewalt versucht, dem sozialen Frieden und dem Bild des Landes im Ausland zu schaden», sagte Papandreou.

Die griechischen Sicherheitsbehörden würden daran arbeiten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, versicherte er. (sda)

Merkel bedankt sich bei Poststelle

Nach dem Fund einer Paketbombe hat Regierungschefin Angela Merkel (CDU) die Sicherheitsvorkehrungen im Kanzleramt gelobt. Bei einem Besuch der Poststelle habe die Kanzlerin den Mitarbeitern, die das verdächtige Päckchen entdeckten, «ihre Anerkennung für Wachsamkeit, Umsicht und Professionalität» ausgesprochen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin und fügte hinzu: «Der gestrige Vorfall hat gezeigt: die sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen im Kanzleramt funktionieren.» (AP)

Deine Meinung