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Keine Pfosten vor Bijouterie: Räuber hatten leichtes Spiel

Rammbockräuber haben wieder zugeschlagen: Diesmal bei der Bijouterie Bucherer. Weil keine Schutzmassnahmen ergriffen worden waren, hatten die Täter leichtes Spiel.

Mit einem gestohlenen VW Polo rammten die Unbekannten am Sonntagabend die gläserne Eingangstüre der Bijouterie Bucherer an der Bahnhofstrasse. Die Diebe erbeuteten Uhren und Schmuck im Wert von mehreren hunderttausend Franken. «Ich dachte, das Sicherheitskonzept greife», so Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi.

Offenbar war dies nicht der Fall.

Die Frage drängt sich auf, weshalb keine Pfosten die Bijouterie schützten. «Wir planten verankerte Bänke vor dem Laden zu platzieren», sagt Bucherer-Geschäftsführer Christian Gisi. Doch die Stadt habe den Antrag abgelehnt.

2003 hatten die Bijouterien mit Findlingen auf die zunehmenden Rammbockeinbrüche reagiert. Ein Jahr später mussten sie diese auf Geheiss der Stadt entfernen. Als provisorische Lösung folgten darauf Betonelemente.

Im April arbeitete die Stadt gemeinsam mit der Vereinigung Bahnhofstrasse ein Sicherheitskonzept aus, welches versenkbare Pfosten zum Schutz vorsieht. Für Pio Marzolini vom Tiefbauamt sind die Vorwürfe deshalb absurd: «Wir haben kein einziges Gesuch für die Poller erhalten.»

«Wieder einmal haben Kriminelle ideale äussere Rahmenbedingungen vorgefunden, um einen Rammbockeinbruch erfolgreich durchzuführen», hiess es gestern auf einem Vitrinen-Schild bei Bucherer. Beim Bijoutier legte man selber Hand an und platzierte ohne Bewilligung fünf Betontöpfe vor dem Laden: «Auf die Stadt können wir ja nicht zählen.»

Romina Lenzlinger

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