Aktualisiert 19.06.2011 21:13

Berner HundeschulenKeine Plätze für die Kurse

Gesetzlich vorgeschrieben, aber nirgends geduldet: Für Hundekurse gibt es im Kanton Bern zu wenig Übungsgelände.

von
Patrick Marbach
Hoffen auf einen Übungsplatz: Gy Rohrbach und Gundula Keller von Dog Motivation.

Hoffen auf einen Übungsplatz: Gy Rohrbach und Gundula Keller von Dog Motivation.

«Es ist die Hölle auf Erden», sagt Tomi Schneider. Er betreibt in Ramsei die grösste Hundeschule des Kantons und musste sie – hauptsächlich wegen Zonenvorschriften – schon viermal zügeln. «In die Wohn- oder Landwirtschaftszonen dürfen wir nicht und in den zubetonierten Industrie- oder Gewerbezonen können wir uns die Miete kaum leisten», klagt auch Gy Rohrbach. Die Trainerin bangt um die Existenz ihrer Hundeschule, weil sie seit Monaten vergeblich nach einem geeigneten Platz dafür sucht: Mindestens tausend Quadratmeter umzäuntes Naturgelände bräuchte es.

Seit das Tierschutzgesetz eine Grundausbildung für Hundehalter vorschreibe, hätten sich viele Amateure zu Kursleitern umschulen lassen – «auch solche, die vorher nichts mit Hunden zu tun hatten», erklärt Barbara Künzli, Expertin von der Kynologischen Gesellschaft. «Diesen Neulingen fehlt die Infrastruktur. Manche führen ihre Kurse einfach irgendwo am Waldrand durch – das ist aber illegal.» Das Nachsehen haben seriöse Anbieter wie Rohrbach und Schneider. Für sie steht fest, dass es Übungsplätze und ein gutes Kursniveau braucht, damit das Zusammenleben zwischen Menschen und gut erzogenen Hunden Freude macht.

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