Volksentscheid: Keine Religion in Berlin
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VolksentscheidKeine Religion in Berlin

In Berlin wird Religion weiterhin kein reguläres Schulfach sein. Die Initiative «Pro Reli» zur Aufwertung des freiwilligen Religionsunterrichts neben dem Pflichtfach Ethik ist am Sonntag klar gescheitert.

Die Stimmbeteiligung lag bei 29 Prozent. 51,3 Prozent der teilnehmenden Berliner stimmten Nein und nur 48,4 Prozent Ja. Das war für die Initiative «Pro Reli» deutlich weniger als erwartet. Die Berliner hatten zu entscheiden, ob Religionsunterricht aufgewertet und gleichberechtigte Alternative zum Ethikunterricht wird. Somit bleibt Ethik von der siebten Klasse an Pflichtfach, Religionsunterricht nur ein freiwilliges Zusatzangebot.

Der «Pro Reli»-Vorsitzende Christoph Lehmann räumte die Niederlage ein. «Wir haben offenbar das Quorum nicht erreicht, doch wir haben eine ganze Menge in dieser Stadt bewegt», sagte er. Der Schirmherr der Kampagne «Pro Ethik», Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. «Die Berliner sind helle und haben sich nicht einlullen lassen», sagte der SPD-Politiker.

Ethik vor drei Jahren eingeführt

Der Berliner Senat unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) führte Ethik vor drei Jahren ein, um die Integration von Schulkindern aus Einwandererfamilien - etwa aus der Türkei oder den arabischen Ländern - zu fördern.

Kinder aus verschiedenen Kulturen und mit verschiedenen Religionen sollen nach der Vorstellung von SPD und Linken gemeinsam über Werte, Moral, Toleranz und Glauben sprechen. Gegen das Pflichtfach Ethik regte sich von Anfang an Widerstand bei der CDU, der FDP und den Kirchen. (sda)

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