Aktualisiert 07.12.2010 20:37

Komplementärmedizin

Keine Rückkehr der alternativen Methoden

Die fünf aus der Grundversicherung gekippten Methoden der Komplementärmedizin sollen nicht wieder in den Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung aufgenommen werden.

Die Stellungnahme der Eidg. Kommission für Leistungen und Grundsatzfragen (ELGK) ist eine wichtige Etappe im jahrelangen Streit um die Komplementärmedizin: Auf die Empfehlung der Kommission stützt Gesundheitsminister Didier Burkhalter seinen Entscheid, ob die Komplementärmedizin in Zukunft wieder von der Grundversicherung bezahlt wird.

Sein Vorgänger Pascal Couchepin hatte die Anthroposophische Medizin, die Homöopathie, die Neuraltherapie, die Phytotherapie und die traditionelle Chinesische Medizin aus dem Leistungskatalog gestrichen. Im Mai dieses Jahres reichten Vertreter dieser Methoden ein Gesuch um die erneute Aufnahme ein.

Sie konnten sich dabei auf die 2009 vom Stimmvolk angenommene Komplementärmedizin-Initiative berufen. Diese verlangt, dass die Komplementärmedizin im Gesundheitswesen verstärkt berücksichtigt wird.

Den Experten der ELGK genügt dies nicht: Sie sind der Meinung, dass die fünf Methoden der Komplementärmedizin die massgeblichen Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht erfüllen, wie das Eidg. Departement des Innern (EDI) am Dienstag mitteilte. Die genaue Begründung steht noch aus.

Burkhalters Entscheid in der Frage wird noch in diesem Jahr erwartet. Parallel dazu prüft das EDI weitere Möglichkeiten, die Komplementärmedizin in Ausbildung und Berufsanerkennung zu berücksichtigen.

Vertreter der Komplementärmedizin hatten das Prüfungsverfahren der ELGK schon vor dessen Abschluss kritisiert. Als problematisch erachten sie insbesondere, dass fünf der zwanzig ELGK-Mitglieder Krankenkassen nahe stehen, die über die Zusatzversicherungen mit der Komplementärmedizin ein Geschäft machen. Ausserdem fehlt der Kommission nach Meinung der Kritiker das nötige Fachwissen. (sda)

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