Aktualisiert 13.02.2009 09:43

Augenzeugen des Crashs«Keine Seele mehr zu retten»

49 Menschen starben beim Absturz eines Flugzeuges in Clarence im Bundesstaat New York. Die Berichte der Augenzeugen sprechen eine deutliche Sprache: Die Insassen hatten keine Chance.

Das Flugzeug der Continental Express stürzte am Donnerstag um 22 Uhr Ortszeit auf ein Wohnhaus in der Stadtmitte von Clarence. Ein riesiger Feuerball war weitherum zu sehen. 48 Menschen an Bord und eine Person am Boden starben.

Eine Notfall-Krankenschwester vor Ort hatte die Aufgabe Verletzte und Überlebende zu pflegen: «Doch es gab keine Seelen mehr zu retten und zu behandeln», fasst sie ihr Entsetzen in Worte.

Dave Bissonette, der Notfall-Koordinator für die Stadt Clarence: «Wir hatten eine signifikante Menge von Treibstoff im Flugzeug: Es war eine hochgefährliche Situation.»

Chris Kausner aus Clarence, dessen Schwester sich an Bord des Flugzeuges befand, sagte gegenüber Buffalo News, dass am Flughafen informiert worden sei, dass «das Flugzeug gelandet [ist], aber das ist ja offensichtlich nicht der Fall.»

Der Nachbar

David Luce lebt gute 100 Meter vom Absturzort entfernt und war nicht allzu überrascht, als er hörte, wie viele Tote es gab: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand das überlebt hat. Wenn sie die Explosion gehört haben und gesehen haben, wie schnell das ganze Gebiet in Flammen stand, war es ziemlich klar, dass sich das Kerosin entzündet hatte.»

Kurz vor dem Absturz bemerkte Luce seltsame Geräusche: «Es war sehr laut, und dann war es plötzlich still. Dann, eine oder zwei Sekunden später, hörte man eine donnernde Explosion. Ich dachte, etwas hätte unser Haus getroffen, wir wurden ganz durchgeschüttelt.»

«Es gab dieses zu Beginn und dann diese Kanonenschüsse... diese lauten Folge-Explosionen, das ging rund 10 Minuten so.»

Luce traute sich zwei Minuten später nach draussen, er hörte Schreie, von denen er aber nicht sagen kann, ob sie von Nachbarn oder Verletzten stammten: «Das ganze Nachbarhaus war weg. Es war kein Haus mehr, sondern nur noch ein Trümmerhaufen, ein brennender Trümmerhaufen.»

Schlimmer Verdacht

Harry Scull Jr., Fotograf für die Buffalo News, wusste sofort, dass es etwas Grosses war, als er zur Unfallstelle gerufen wurde. Scull äusserte einen schlimmen Verdacht: Er habe bemerkt, dass in der Nacht die landenden Flugzeuge ziemlich tief hereinkommen: «Es ist erschreckend, wie tief der Anflug ist. Man kann jedesmal das brennende Kerosin riechen. Ich wusste, es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert.»

(pat)

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