Mali: Keine Spur von entführten Schweizern
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MaliKeine Spur von entführten Schweizern

Von den vier in Mali entführten europäischen Touristen gibt es offensichtlich noch keine Spur. Unter den Geiseln ist ein Schweizer Ehepaar. Sie werden seit Donnerstag vermisst.

Bei dem Heidelberger Reiseveranstalter Oase-Reisen stieg unterdessen die Sorge um seine Kunden. Nach Angaben des Geschäftsführer Werner Gartung wurde das Schweizer Ehepaar, eine 75- jährige Deutsche, ein britischer Tourist sowie ein afrikanischer Fahrer am Donnerstag im Grenzgebiet Mali-Niger, etwa zehn Kilometer im Landesinnern von Mali, entführt.

Insgesamt seien sieben Touristen in drei Fahrzeugen unterwegs gewesen. Gartung sorgte sich vor allem um die entführte deutsche Touristin, die auf Medikamente angewiesen sei. Die Entführer hätten aber sämtliches Gepäck und das Auto zurückgelassen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Zwei bei dem Überfall entkommene deutsche Mitreisende, beides Männer, brachen den Urlaub in dem zentralafrikanischen Land laut Gartung ab. Sie fliegen voraussichtlich am Sonntag über Frankfurt am Main zurück. Ein Schweizer setze dagegen die nur noch wenige Tage dauernde Tour fort.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte die Entführung von zwei Schweizer Staatsbürgern. Seit der Entführung verstärkte es zudem seine Vertretung in Mali.

Die offiziellen Stellen der Schweiz und Deutschlands weisen seit längerem auf die Gefahren in der Region hin und raten von Reisen ab. «Es besteht ein erhöhtes Entführungsrisiko», schreibt das EDA in seinem Reisehinweisen. Zahlreiche bewaffnete Gruppen hätten sich die Plünderung von Konvois zum Broterwerb gemacht.

(sda)

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