Keine übersetzten Kaderlöhne beim Bund

Aktualisiert

Keine übersetzten Kaderlöhne beim Bund

Führungskräfte der Unternehmen des Bundes beziehen laut dem Kaderlohnreporting mehrheitlich gerechtfertigte Löhne.

Für das Jahr 2005 entsprächen sie den bundesweiten und privatwirtschaftlichen Werten, teilte das EFD am Mittwoch mit. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden keine weiteren Massnahmen beschlossen.

Die Löhne des oberen Kaders sowie der Verwaltungsratsmitglieder von bundesnahen Unternehmen sind laut Eidgenössischem Finanzdepartement (EFD) mehrheitlich gerechtfertigt. Das EFD bezieht sich dabei auf das zweite Kaderlohnreporting, in den unter anderen Post, SBB, RUAG, Suva, SRG SSR idee suisse, Swissmedic, ETH oder Skyguide die Löhne und Vertragsbedingungen ihrer Führungskräfte für 2005 offen legen. Der Bundesrat hat den Bericht zur Kenntnis genommen.

Bei den grössten Unternehmen, bei der Post und der SBB, blieben die Honoraransätze des Präsidenten und der Mitglieder des Verwaltungsrates laut Bericht unverändert. Post-Chef Ulrich Gygi bezog 719.000 Franken, der scheidende SBB-Chef Benedikt Weibel 674.134 Franken. Geringfügig wurden die Grundlöhne der Konzernleitungsmitglieder der Post angepasst. Bei den SBB fiel die variable Entlöhnung der Vorsitzenden und der übrigen Geschäftsleitungsmitglieder ergebnisorientiert tiefer aus als im Vorjahr.

Der Honoraransatz des Verwaltungsratspräsidenten der SRG SSR idee suisse wurde leicht erhöht; Jean-Bernard Münch erhielt 142.000 Franken. Für die übrigen Mitglieder des achtköpfigen Gremiums blieb der durchschnittliche Lohn gleich. Generaldirektor Armin Walpen bezog einen Lohn einschliesslich Nebenleistungen von 533.000 Franken; 11.000 Franken mehr als 2004. Die beschlossenen Lohnsenkungen haben sich noch nicht niedergeschlagen, da sie erst am 1. Januar 2006 in Kraft traten. Für das obere SRG-Kader sollen Grundgehalt, Richtlöhne und variabler Anteil gesenkt werden. Zudem sollen sie 2006 und 2007 auf eine nominelle Lohnerhöhungen verzichten.

Bei der RUAG wirkten sich die Unwetterschäden sowie die Einstellung der Produktion von grosskalibriger Munition unter anderem für Panzer auch auf die Lohnzahlungen der Kader aus. Für Geschäftsführer Toni J. Wicki sank der Lohn von 654.000 Franken im Vorjahr auf 592.430 Franken. Für die gesamte Konzernleitung fiel die Entschädigung tiefer aus. Hingegen stiegen die Löhne für die Mitglieder der Geschäftsleitung einzelner Betriebsgesellschaften merklich.

Die Immobilien-Affaire bei der Suva forderte vom Verwaltungsratspräsidenten Franz Steinegger rund ein 20- statt wie bisher ein Fünf-Prozentpensum, für rund 52.000 Franken. Geschäftsleiter Ulrich Fricker verdiente knapp 498.000 Franken. Insgesamt wurden die Löhne als vergleichbar mit den übrigen bundesnahen Unternehmungen eingeschätzt. Ein Vergleich mit andern Versicherungsgesellschaften sei jedoch kaum möglich.

Im Gegensatz zum ersten Reporting wurden keine Massnahmen beschlossen. Noch nicht in Angriff genommen wurde die vorgesehene Vereinheitlichung der Entschädigungen für Verwaltungsräte von Post, SBB, Skyguide und der SRG SSR idee suisse. (dapd)

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