Strenge Regeln für Olympia 2021: Keine Umarmungen, kein Handshake – auch kein Sex für Olympioniken?
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Strenge Regeln für Olympia 2021Keine Umarmungen, kein Handshake – auch kein Sex für Olympioniken?

Das Internationale Olympische Komitee hat ein Regelwerk veröffentlicht, das bei einer sicheren Durchführung der Spiele in Tokio helfen soll.

von
Erik Hasselberg
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Wird es dieses Jahr nicht zu sehen geben: Umarmungen von Athletinnen wie hier Nicola Spirig nach ihrem zweiten Platz im Olympia-Triathlon 2016. 

Wird es dieses Jahr nicht zu sehen geben: Umarmungen von Athletinnen wie hier Nicola Spirig nach ihrem zweiten Platz im Olympia-Triathlon 2016.

imago/Eibner Europa
Auch auf den Handshake muss verzichtet werden bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021.

Auch auf den Handshake muss verzichtet werden bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021.

imago/Sven Simon
Das schreibt das vom IOK veröffentlichte Playbook vor. 

Das schreibt das vom IOK veröffentlichte Playbook vor.

Screenshot: Playbook IOK

Darum gehts

  • Vom 23. Juli bis 8. August finden in Tokio die Olympischen Spiele statt.

  • Damit der Grossanlass trotz der Corona-Pandemie sicher durchgeführt werden kann, wurde nun ein Regelwerk veröffentlicht.

  • Gemäss diesem dürfen sich Ahtletinnen und Sportler nicht umarmen, unterstützt werden dürfen sie nur mittels Klatschen.

169 Tage, dann ist es soweit. Dann werden in Tokio die Olympischen Spiele feierlich eröffnet. Wenn das Coronavirus und die weltweite Pandemie den Organisatoren nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Um eine sichere und gesunde Durchführung des Grossanlasses für alle beteiligten Akteure zu gewährleisten, hat das Internationale Olympische Komitee (IOK) nun ein erstes «Playbook» zuhanden der internationalen Verbände veröffentlicht. Dieses richtet sich in erster Linie an Offizielle, ein Regelwerk für Athletinnen und Sportler soll demnächst folgen.

Auf 33 Seiten werden Verhaltensweisen geschildert, die Kommissäre und Staff bei ihrer Einreise nach Japan und ihrem Aufenthalt befolgen müssen, um das Risiko einer Corona-Infektion zu minimieren. Neben den bekannten Massnahmen, wie den Umgang mit anderen Personen auf ein Minimum zu reduzieren und physische Kontakte wie Umarmungen und Handshakes zu unterlassen, werden weitere Einschränkungen deutlich:

  • Eine Maske soll ständig getragen werden, ausser im Freien und man befinde sich mehr als 2 Meter voneinander entfernt.

  • Räume müssen alle 30 Minuten gelüftet werden.

  • Ahtletinnen dürfen nicht mittels Gesängen unterstützt werden. Stattdessen soll geklatscht werden.

  • Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nicht benutzt werden. Es ist auszuweichen auf den eigenen Transportservice der Spiele.

  • Tourismus-Attraktionen, Einkaufscenter, Bars, Restaurants dürfen nicht besucht werden. Generell darf die Unterkunft im olympischen Dorf nur verlassen werden, um zu den Sportstätten zu gelangen und einige wenige Ausnahmen, die im vorhinein definiert sind.

Wenn Handshakes und Umarmungen verboten seien, so schliesst die britsche Zeitung «The Sun», dass dies implizit auch heisse, dass es zu einem Sex-Verbot im olympischen Dorf komme. Kondome, die jeweils bei den letzten Spielen grosszügig verteilt wurden, dürften dieses Jahr deutlich weniger Absatz finden.

Daran dürften auch die bis zum Start der Spiele steigenden Impfzahlen nichts ändern. Denn das IOK macht eine Corona-Impfung nicht zur Pflicht für eine Erlaubnis zur Teilnahme an den Olympischen Spielen. Stattdessen werden die Einreisenden auch in Japan regelmässig auf das Virus getestet.

Kein Rücktritt für Olympia-Chef

Der japanische Cheforganisator der Olympischen Sommerspiele in Tokio, Yoshiro Mori, ist wegen abfälliger Aussagen über Frauen unter massiven Druck geraten. Mori entschuldigte sich am Donnerstag in der Zeitung «Mainichi Shimbun» für seine Äusserungen und nannte sie «gedankenlos». In einer eilig anberaumten Presskonferenz lehnte er später aber einen Rücktritt ab.

Mori hatte laut Medienberichten zu Mitgliedern des Japanischen Olympischen Komitees (JOK) gesagt, dass die Sitzungen von Verwaltungsräten länger dauerten, wenn «viele Frauen» dabei seien. «Wenn man die Zahl der weiblichen Mitglieder im Gremium erhöht und ihre Redezeit nicht auf eine gewisse Dauer begrenzt, haben sie Schwierigkeiten, zum Ende zu kommen, was nervig ist», wurde der 83-Jährige zitiert. (AFP)

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