«Keineken» vs. Heineken: «Keineken» kämpft gegen den Biergiganten
Aktualisiert

«Keineken» vs. Heineken«Keineken» kämpft gegen den Biergiganten

Ein Verein aus Engelberg legt sich mit Heineken an: Der Verein Keineken, der mit dem gleichnamigen Bier auf den Markt drängen wollte, wurde vom holländischen Biergiganten ausgebremst. Bier und Gläser wurden konfisziert. Doch der Verein gibt sich nicht geschlagen - im Gegenteil.

von
meg

Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath: Keineken gegen Heineken. Noch bevor das neu kreierte Bier am Samstag in Engelberg offiziell angezapft werden konnte, reagierte der holländische Biergigant am Freitag mit einer superprovisorischen Verfügung, wie 20 Minuten Online exklusiv meldete.

Heineken setzte für seinen juristischen Kampf einen renommierten Luzerner Anwalt ein. Dieser forderte den Verein auf, das Markeneintragungsgesuch für ihr Bier zurückzuziehen. «Darauf stiegen wir nicht ein», so Conrad Engler vom Verein Keineken.

«Verletzung des Markenrechts»

Wenige Stunden später tauchte die Polizei mit der superprovisorischen Verfügung von Heineken international und Heineken Schweiz auf. Diese beinhaltete das Verwendungsverbot der Marke Keineken. Die Polizei zog alle vorhandenen 1200 Flaschen - insgesamt 80 Harrasse - und die 100 mit Keineken beschrifteten Gläser ein.

»Dieser Name ist eine Verletzung des Markenrechts», sagte Heineken-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Und das Obwaldner Kantonsgericht habe diese Haltung von Heineken gestützt. «Für uns ist der Fall klar: Der Verein wird den Namen Keineken nicht mehr verwenden dürfen», sagte Knapp.

Keineken gibt sich nicht geschlagen

Der Verein aber gibt sich nicht so schnell geschlagen. Er will erst die Antwort des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE) abwarten. Er hat den Namen «Keineken» beim IGE am 18. August formell eingereicht. «Wir sehen das IGE als Schiedsgericht im Markenstreit», sagte Engler.

Bei Keineken rechnet man sich grosse Chancen aus, diesen Streit zu gewinnen. Das Logo des Keineken-Biers sei unmöglich mit dem Heineken-Logo zu verwechseln. Es zeigt den Hausberg Hahnen, die Brunni-Sonne und zwei kämpferische Teufelshörner.

Vorläufiger Verzicht

Vorläufig nun, bis der Rechtsstreit beendet ist, wird der Verein auf den Verkauf des Biers verzichten. Nicht aber für immer. «Wir sind bereit, durch alle Instanzen zu gehen», sagte Engler.

Denn nun wittert der Verein, dass sich der Name Keineken durch den grossen Medienrummel vergolden lässt. Ursprünglich nämlich war das Ziel der Initianten, ein eigenständiges Engelberger Klosterbräu zu realisieren.

Das Keineken-Bier sollte nur den Startschuss geben für den «Spiessrutenlauf auf dem Weg zum neuen, eigenständigen Engelberger Klosterbräu mit Engelberger Quellwasser», sagt Engler. Bis 2012 wollen die Initianten sogar eine eigene Brauerei in Engelberg bauen. (meg/sda)

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