Vettel und Co. : Keiner überholt so mächtig wie die Deutschen
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Vettel und Co. Keiner überholt so mächtig wie die Deutschen

Die Formel-1-Welt staunt noch immer über WM-Leader Sebastian Vettel. Sein Husarenritt beim GP von Abu Dhabi ist die grösste Aufholjagd seit 1989. Auch Michael Schumacher hat das Überholen im Blut.

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Auch zwei Tage nach dem GP von Abu Dhabi ist Sebastian Vettels Husarenritt in aller Munde. Von der Boxengasse aus gestartet, fährt der 23-jährige Deutsche seinen Red Bull beim GP von Abu Dhabi hinter Kimi Räikkönen und Fernando Alonso aufs Podest. Von 24 auf 3: Seit 23 Jahren gab es eine solche Aufholjagd nicht mehr.

Schon nach neun Runden lag Vettel auf Platz zwölf – dies mit einem demolierten Frontflügel. Sein Ingenieur orderte einen Stopp an, doch der zweifache Weltmeister weigerte sich, abzubiegen. Sein Red Bull war auch so schnell. «Ich bin an so vielen Autos vorbei, es war ein bisschen wie auf der Autobahn», sagte der WM-Leader danach. Nach dem wüsten Auffahrunfall von Nico Rosberg wird der Deutsche ausgebremst. Die Safety-Car-Phase kommt ihm aber entgegen: Das Feld wird zusammengestaucht.

Schon 2008 staunte die Konkurrenz über Vettel

Hinter Daniel Ricciardod Toro Rosso wartet er auf die Fortsetzung seiner Aufholjagd. Dabei unterläuft Vettel ein Fehler. Er touchiert mit dem Frontflügel eine Streckenmarkierung und beschädigt seinen Red Bull endgültig. Jetzt ist ein Stopp nötig. Danach ist der Wahlschweizer 21. oder besser gesagt wieder Letzter. Nochmals rollte er das Feld von hinten auf – bis auf Platz zwei. Nach einem Reifenwechsel in der Schlussphase war Vettel Vierter. Drei Runden vor Schluss schnappte sich der Deutsche dann noch Jenson Button und sicherte sich Rang 3.

Vettel schaffte 2008 Ähnliches, als er noch bei Toro Rosso unter Vertrag stand. Der damals 21-Jährige fuhr von Platz 19 auf Platz 5. Gemäss «Focus Online» ist Vettels Glanzstück aber nur der siebtgrösste Sprung in der Geschichte der Formel 1. Mit Christan Danner rangiert ein weiterer Deutscher in der Bestenliste. Der heutige RTL-F1-Experte fuhr in Phoenix (USA) 1989 vom 26. auf den 4. Platz. Am meisten Plätze machte jedoch 1954 Roberto Mieres gut. Der Argentinier startete als 32. und kam als 6. ins Ziel.

«Schumi» kann es ebenfalls

Mit Michael Schumacher kennt ein weiterer Deutscher das Gefühl, die Konkurrenz wie im Flug zu überholen. Bei seinem Lieblings-GP in Belgien machte der Deutsche 2011 19 Plätze gut und fuhr auf Platz fünf ins Ziel. 1995 siegte «Schumi» in Spa gar, als er von Platz 16 startete. Der siebenfache Rekord-Weltmeister muss sich aber vom Briten John Watson geschlagen geben. 1983 fährt er in seinem McLaren vom 22. Platz gestartet als Erster über die Ziellinie.

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