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Timebelle nach dem ESC-Aus«Keiner versteht, warum es nicht geklappt hat»

Timebelle fragen sich, warum sie es nicht in den ESC-Final geschafft haben. Für SRF ist derweil klar: Trotz Schlappe nimmt die Schweiz weiterhin am Musikwettbewerb teil.

von
shy
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Trotz guter Performance bedeutete der Halbfinal erneut  Endstation für den Schweizer Act am Eurovision Song Contest. Timebelle aus Bern konnten die Jury und das Publikum am Donnerstagabend nicht genug überzeugen.

Trotz guter Performance bedeutete der Halbfinal erneut Endstation für den Schweizer Act am Eurovision Song Contest. Timebelle aus Bern konnten die Jury und das Publikum am Donnerstagabend nicht genug überzeugen.

AP/Efrem Lukatsky
«Dabei lief alles super», sagt Schlagzeuger Samuel. «Unsere Vorbereitung, die Bühne, alles war perfekt.» An ihrer Leistung lag es nicht, da sind sich die drei einig. «Vielleicht hatten wir das Publikum auf unserer Seite, aber die Jury nicht», wirft Sängerin Miruna ein.

«Dabei lief alles super», sagt Schlagzeuger Samuel. «Unsere Vorbereitung, die Bühne, alles war perfekt.» An ihrer Leistung lag es nicht, da sind sich die drei einig. «Vielleicht hatten wir das Publikum auf unserer Seite, aber die Jury nicht», wirft Sängerin Miruna ein.

epa/Sergey Dolzhenko
Pianist Emanuel mutmasst in die andere Richtung: «Könnte ja sein, dass die Leute mehr politisch als musikalisch abgestimmt haben.» Samuel fasst zusammen: «Wir hätten den Einzug in den Final verdient. Niemand versteht, warum es nicht geklappt hat.»

Pianist Emanuel mutmasst in die andere Richtung: «Könnte ja sein, dass die Leute mehr politisch als musikalisch abgestimmt haben.» Samuel fasst zusammen: «Wir hätten den Einzug in den Final verdient. Niemand versteht, warum es nicht geklappt hat.»

AFP/Sergei Supinsky

Die Hälfte der 20-Minuten-Leser rechnete nicht damit, Timebelle am Samstag im Final des Eurovision Song Contest 2017 zu sehen – und diese User sollten recht behalten: Nach dem zweiten Halbfinal am Donnerstagabend platzte der ESC-Traum der Berner Gruppe. «Wir hätten den Einzug in den Final verdient», meint Drummer Samuel Forster am Tag nach der Schlappe. «Keiner versteht, warum es nicht geklappt hat.»

Auch Sängerin Miruna Manescu und Pianist Emanuel Andriescu nicht. «Vielleicht hatten wir das Publikum auf unserer Seite, aber die Jury nicht», meint sie. Wer in die Endrunde einzieht, wird je zur Hälfte von den Zuschauern und einer Fachjury entschieden. Und er ergänzt: «Könnte ja sein, dass die Leute mehr politisch als musikalisch abgestimmt haben.»

Trotz Schlappe: Schweiz hält an ESC-Teilnahme fest

Zumindest in ESC-Kreisen steige das Wohlwollen gegenüber der Schweiz jedoch, meint SRF-Events- und Show-Chef Reto Peritz: «Wir haben festgestellt, dass sich in der internationalen Presse der Wind ein bisschen gedreht hat. Man nimmt wahr, dass wir in der Schweiz hart an unseren Acts arbeiten und Fortschritte machen.»

Der Auftritt von Timebelle am zweiten Halbfinal des ESC 2017. (Quelle: Youtube/Eurovision Song Contest)

Aber nicht nur wegen der Aussicht auf ein möglicherweise besseres Abschneiden in den kommenden Jahren werde die Schweiz weiterhin am ESC teilnehmen. SRF habe mit seinen öffentlich-rechtlichen Sendern gewissermassen die Verpflichtung, etwas für den Musiknachwuchs zu tun. «Wir wollen diese Plattform aufrechterhalten, weil sie so ziemlich die einzige Möglichkeit für Newcomer ist, mit einem internationalen, hochprofessionellen Team zusammenzuarbeiten», sagt Peritz.

Nun wird geschlafen und gegessen

Ausserdem sei der Eurovision Song Contest ein Anlass, der viele Leute zusammenbringe, sagt er weiter: «Ich finde es wichtig, dass Events mit einem solchen Spirit unterstützt werden.»

Von den vielen Leuten haben Timebelle aber erst mal genug und wollen nun vor allem schlafen. «Wir sind sehr, sehr müde», gibt Emanuel zu. «In den letzten drei Monaten haben wir nie länger als fünf Stunden geschlafen.» Miruna freut sich ausserdem darauf, in Kiew kulinarisch ordentlich zuschlagen zu können: «Ich muss mir jetzt keine Gedanken mehr mache, ob ich noch ins Kleid passe oder nicht.»

Am Samstag findet der Final des ESC 2017 statt. SRF 2 überträgt die Show live und 20 Minuten tickert das Musikspektakel live ab 21 Uhr.

«Wir haben viel Swiss- und Sweetness»

Die Schweizer ESC-Teilnehmer Timebelle stammen zu zwei Drittel aus Rumänien. Doch wie viel Schweiz steckt in der Band? 20 Minuten hat nachgefragt.

Im Februar waren Timebelle noch guter ESC-Dinge. (Interview: Lucien Esseiva/Murat Temel)

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