Aktualisiert 31.01.2012 10:50

Kelly-Burg

Keiner will das Laushaus

Einst belagerten Fans der Kelly Family den Park von Schloss Gymnich. Längst wohnen Paddy, Angelo und Co. jedoch nicht mehr in dem alten Gemäuer. Nun scheiterte die Zwangsversteigerung.

von
sei/ap

Jahre lang war Schloss Gymnich das Domizil der Kelly Family. Ende der Neunziger – auf dem Höhepunkt ihrer Karriere – zog die irische Musikerfamilie vom Hausboot ins stattliche Gemäuer nahe Köln. Der Kelly-Clan blätterte 6,5 Millionen Euro – 13 Millionen D-Mark für das ehemalige Gästehaus der Bundesregierung hin. «Ein Hauch von Woodstock» titelte der Spiegel angesichts der Horden pubertierender Kelly-Fans, die fortan schmachtende Blicke über den Wassergraben nach Schloss Gymnich warfen. Ihre langhaarigen Idole haben sich längst in alle Winde verstreut. Seit dem Tod von Papa Kelly verliessen seine Kinder eins ums andere das Familien-Domizil.

Geschwister werden sich nicht einig

In der Zwischenzeit diente der ehemalige Adelssitz, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurück reicht, als Hotel, Restaurant und Veranstaltungsort. Weil sich die neun Geschwister und zwölf Halbgeschwister der Musiker-Familie nicht auf eine Nachnutzung oder einen Verkauf einigen können, soll die Immobilie versteigert werden. «Bei so vielen Miteigentümern ist ein Verkauf einfach fast unmöglich, weil immer jemand anderer Meinung ist», erklärte Joey Kelly. Ein geistig behinderter Halbbruder in den USA stehe unter Vormundschaft. Das habe alles noch komplizierter gemacht. Ausserdem seien die laufenden Betriebskosten für das Gebäude unwirtschaftlich. «Deshalb habe ich die Versteigerung forciert», so der 39-Jährige.

Einziger Bieter: Joey Kelly

Bei einem ersten Versteigerungsversuch war Joey Kelly der einzige Bieter. Am Amtsgericht Brühl bot der Ex-Musiker und Extremsportler 1,7 Millionen Euro für das Schloss Gymnich. Da der Verkaufswert des Wasserschlosses jedoch auf 5,3 Millionen Euro festgesetzt worden war und das Gebot bei nicht einmal 50 Prozent dieses Preises lag, legte die Bank Einspruch gegen die Versteigerung ein. Die Zwangsversteigerung ist damit erst einmal fehlgeschlagen. In drei bis sechs Monaten soll das Schloss nun erneut unter den Hammer kommen. Beim erneuten Anlauf für die Versteigerung wird die 50-Prozent-Hürde nicht mehr gelten.

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