Drama von Langenthal: Keiner will etwas von Neonazis wissen
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Drama von LangenthalKeiner will etwas von Neonazis wissen

In österreichischen Medien wird behauptet, die verhafteten Brüder aus Langenthal seien Rechtsextremisten. Weder im Bekanntenkreis noch bei der lokalen Pnos kann man das bestätigen.

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amc/ann

Die mutmasslichen Mörder von Claudia B. sitzen noch immer in U-Haft. John K. und sein jüngerer Bruder stehen im Verdacht, die 43-jährige Österreicherin erschlagen zu haben. Wie «Oe24» berichtet, sollen die Brüder Verbindung in die Neonazi-Szene haben. «Vor allem John K. gilt als rechtsradikal, fiel schon häufiger durch seine Gesinnung auf», schreibt das österreichische Newsportal.

Der gelernte Maler habe Neonazi-Pullover mit der Aufschrift «White Power» getragen und auf Facebook ausländerfeindliche Parolen gepostet. Zudem soll er zum Freundeskreis lokaler Politiker aus dem rechten Spektrum gehören.

Dieser Darstellung widerspricht Dominic Lüthard, Vorsitzender der Partei national orientierter Schweizer (Pnos). Er kennt John K. vom Sehen, «er verkehrte aber nicht in unseren Kreisen», wie er gegenüber 20 Minuten Online erklärt.

Eine gute Bekannte der beiden Brüder sagt, die Beiden seien vielleicht nicht gerade liberal, was Ausländerfragen angeht, aber von rechtsextrem könne keine Rede sein.

Auch die schlechten Erfahrungen mit John K., die der SC Langenthal laut Oe24 gemacht haben soll, lassen sich nicht bestätigen. Beim SC Langenthal findet man keine Hinweise auf ein angebliches Stadionverbot.

Erst Petra G. erschlagen, dann essen gegangen?

Gemäss Oe24 soll einer der beiden Brüder ein Taxi mit dem Handy der Toten bestellt haben, nachdem Petra G. «vergewaltigt, erschlagen und ihre Leiche an einer Schulturnhalle abgelegt worden war». Das Taxiunternehmen Bahnhof-Taxi will sich nicht dazu äussern, ob sie an jenem Abend einen oder zwei der Brüder transportiert hat. Angeblich liessen sich John und Kevin vom Taxi zu einem Fast-Food-Restaurant bringen.

Richtig ist, dass John K. bereits vorbestraft ist. Er hat vor einigen Jahren zwei Autos angezündet, was zum Brand der Garage führte. Dafür kassierte er eine bedingte Haftstrafe von zwei Jahren.

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