Mord im Berner Florapark: «Keiner wusste, was Böses in ihr heranwuchs»
Aktualisiert

Mord im Berner Florapark«Keiner wusste, was Böses in ihr heranwuchs»

Jetzt spricht der Vater der Florapark-Täterin: «Was unsere Tochter getan hat, tut mir und meiner Ex-Frau unendlich leid.»

von
Nina Jecker

Am Freitag hat F.H.* die schreckliche Neuigkeit erfahren: Seine Tochter Nicole* ist die Frau, die in der Nacht auf Dienstag im Berner Florapark einen 52-jährigen Freier erstochen hat. «Ich kann es nicht fassen – es ist so furchtbar schlimm», sagt der geschockte Vater. Sein Sohn und er hätten vom Drama erst aus der Zeitung

erfahren: «Die Polizei informierte uns nicht.»

Die Florapark-Tat ist nicht die erste Tragödie in der Familie: Vor sechs Jahren versuchte die damals 16-jährige Nicole, ihren Bruder zu erstechen; sie kam in psychiat­rische Obhut. Die Ärzte diagnostizierten bei ihr eine Sozialphobie und das Borderline-Syndrom.

Obwohl Nicole seither offenbar immer wieder als aggressiv aufgefallen war, kam die Tat im Park für F.H. unerwartet: «In letzter Zeit war Nicole voller Hoffnung und hatte Zukunftspläne.» Vorwürfe mache er niemandem, auch sich selbst nicht: «Man sah von aussen nicht, was in meiner Tochter an Bösem heranwuchs.» Dass sie getötet hat, tue ihm unendlich leid: «Ich fühle mit den Angehörigen des Opfers», so der verzweifelte Vater. Trotzdem will er versuchen, weiterhin zu seinem Kind zu stehen: «Ich kann sie doch nicht einfach wegwerfen.»

* Namen der Redaktion bekannt

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