Keltenschädel auf dem Campus von Novartis
Aktualisiert

Keltenschädel auf dem Campus von Novartis

Auf dem Campus von Novartis in Basel sind bei archäologischen Ausgrabungen Menschenschädel und zerbrochene Weinamphoren zum Vorschein gekommen.

Der Fund steht laut einer Mitteilung des Basler Kantonsarchäologen im Zusammenhang mit einem Ahnenkult der Kelten vor über 2000 Jahren.

In einer kleinen Grube bei Ausgrabungen in der keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik entdeckten Archäologen die abgetrennten Schädel von mindestens vier Menschen. Sie lagen zusammen mit Amphorenfragmenten und Tierknochen - den Resten eines rituellen Mahls - in der Grube. Bereits 1999 war es zu einem ähnlichen Fund gekommen. Antike Schriftsteller berichten von den Kelten, dass sie Schädel ihrer im Kampf getöteten Feinde als Siegestrophäe mitnahmen. Die Basler Schädel seien aber weniger Siegestrophäen, sondern eher Zeugen eines komplexen Ahnenkults.

In einem späteren Auswertungsprojekt sollen die geheimnisvollen Schädeldeponierungen weiter untersucht werden. Mit DNA- und Isotopen-Analysen sollen auch Verwandtschaftsverhältnisse und Herkunft der Toten geklärt werden. Von 150 bis 80 vor Christus existierte auf dem Campus der Novartis eine 150.000 Quadratmeter grosse, keltische Siedlung. Dort, wo derzeit die Parkanlage im Eingangsbereich des Campus entsteht, befand sich das Zentrum der Siedlung. (dapd)

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