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PiraterieKenia fordert: Zahlt keine Lösegelder mehr!

Somalische Piraten haben laut kenianischen Angaben in den vergangenen Jahren Lösegeld in Höhe von insgesamt mehr als 150 Millionen Dollar erbeutet.

Der kenianische Aussenminister Moses Wetangula rief die Eigentümer gekaperter Schiffe auf, künftig kein Lösegeld mehr zu zahlen. Solche Zahlungen hätten die Piraten ermutigt, sagte Wetangula am Freitag in Nairobi. Der Minister beriet mit Diplomaten über Wege zur Eindämmung der Piraterie vor der Ostküste Afrikas. Die Piraten haben seit einer Woche einen saudiarabischen Tanker mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar in ihrer Gewalt.

Deutschland fordert Strafgerichtshof für Piraten

Das deutsche Verteidigungsministerium hat zur Bekämpfung der Piraterie auf hoher See die Einrichtung eines eigenen internationalen Strafgerichtshofes gefordert. Da die Zuständigkeit der bestehenden Gerichte nicht ausreiche, müsste man «einen neuen UN-Gerichtshof schaffen», sagte der parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) der «Berliner Zeitung» vom Freitag. Auch der Unions-Verteidigungsexperte Andreas Schockenhoff forderte die schnelle Einrichtung eines Strafgerichtshofes gegen Piraterie.

«Es ist eine Lücke im internationalen Recht, dass es keine Zuständigkeit für solche Fälle gibt», sagte Schmidt. Die internationalen Gerichte in Rom und Den Haag seien für diese Fälle genauso wenig zuständig wie der Internationale Seegerichtshof in Hamburg, der keinem Straf-, sondern einem Verwaltungs- und Zivilgericht entspreche. (dapd)

Anstieg der Versicherungsprämien wegen Piraten

Wegen der dramatischen Zuspitzung der Gefahr für die Seefahrt durch somalische Piraten werden sich die Versicherungsprämien für den Schiffsverkehr nach Einschätzung von Branchenexperten erhöhen. Bislang sei es undenkbar gewesen, dass Piraten ein Schiff vom Ausmass des jüngst entführten Supertankers «Sirius Star» in ihre Gewalt brächten, erklärte Brendan Flood, Risikoprüfer des britischen Spezialversicherers Hiscox. «Das Ganze hat nun eine neue Ebene erreicht.»

Genaue Zahlen über den erwarteten Zuwachs bei den Prämien würden in der von starkem Wettbewerbsdruck gekennzeichneten Versicherungsbranche nicht öffentlich genannt, sagte Neil Smith von Lloyds Market Association. Flood kündigte an, Hiscox werde die Höhe der Prämien überprüfen, da sich das Risiko erhöht habe.

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