Kenia: Mordserie mit 500 Toten
Aktualisiert

Kenia: Mordserie mit 500 Toten

Die kenianische Menschenrechtskommission (KNCHR) hat nach einer Mordserie mit mehr als 500 Toten in fünf Monaten schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben.

Notwendig sei eine unabhängige Untersuchung des Falls durch internationale Experten oder UNO-Mitarbeiter, sagte Njojo Mue, einer der Ermittler der KNCHR, am Mittwoch in Nairobi. Untersuchungen hätten den Schluss nahe gelegt, dass die Polizei in dem Fall eine Rolle spiele.

Versuche, mit der Polizei den Fall zu diskutieren, seien gescheitert. Die Polizei hatte der Menschenrechtskommission Einmischung vorgeworfen und alle gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Zwischen Juni und Oktober brachten Polizisten fast 500 Leichen junger Männer mit Schusswunden im Hinterkopf oder Genick in Leichenhäuser des Landes, wie Mue ausführte. Die Kommission habe zudem Berichte von Einwohnern der Ngong Region unweit von Nairobi über Leichenfunde in der Wildnis erhalten und daraufhin eine Untersuchung begonnen.

Nach Zeugenaussagen seien die Opfer in Geländefahrzeugen gesehen worden, die «denen ähneln, die die kenianische Polizei fährt», Einige der Opfer, die alle aus nächster Nähe erschossen wurden, waren nach Angaben ihrer Angehörigen von der Polizei abgeholt worden und seitdem verschwunden.

Nach Polizeiangaben hatten die Toten Verbindungen zur Mungiki- Sekte, einer mafiaähnlichen Organisation.

(sda)

Deine Meinung