Aktualisiert 30.04.2016 17:18

Kampf gegen Schmuggler

Kenia verbrennt 105 Tonnen Elfenbein

Jedes Jahr werden in Afrika über 30'000 Elefanten von Wilderern getötet. Um ein Zeichen gegen den Schmuggel zu setzen, hat Kenia einen Haufen aus 16'000 Stosszähnen angezündet.

von
bee

In einer aufsehenerregenden Aktion hat die kenianische Regierung am Samstag mit der Verbrennung von 105 Tonnen beschlagnahmten Elfenbeins begonnen. Präsident Uhuru Kenyatta steckte am Samstag in der Hauptstadt Nairobi den ersten von insgesamt zwölf Scheiterhaufen an. «Niemand darf mit Elfenbein Geschäfte machen, niemand!», rief Präsident Uhuru Kenyatta.

Der Elfenbeinhandel sei «ein Synonym für den Tod unserer Elefanten und den Tod unseres Naturerbes», sagte Kenyatta, als er die erste der elf Stosszahn-Pyramiden in der Savanne des Nationalparks von Nairobi in Brand steckte. Kenias Präsident forderte ein totales Verkaufsverbot.

Grösste Menge an Elefantenstosszähnen, die jemals vernichtet wurde

Der Staatschef von Gabun, Ali Bongo Ondimba, in dessen Land die Hälfte der afrikanischen Waldelefanten lebt, wandte sich an die Wilderer: «Wir werden Euer Geschäft vernichten. Das beste, was Ihr machen könnt, ist in den Ruhestand zu gehen», sagte er und entflammte einen der drei Meter hohen Stosszahnhaufen.

Mit der Einäscherung will Kenia ein weithin sichtbares Zeichen gegen den Elfenbeinschmuggel setzen, der die Elefanten in Afrika auszurotten droht. Es soll sich um die grösste Menge an Elefantenstosszähnen handeln, die jemals vernichtet wurde.

«Es wird ungefähr 48 Stunden dauern, bis das Elfenbein vernichtet ist», sagte Alex Rhodes, Leiter der Organisation Stop Ivory, die die kenianischen Behörden durch den gesamten Prozess begleitet hat.

100 Millionen Franken Wert

Nach den heftigen Regenfällen der letzten Wochen stand das Gelände unter Wasser. Umweltschützer, Schaulustige und Medienschaffende rutschten in Gummistiefeln durch den Schlamm. Das Ereignis erfolgt am Ende einer zweitägigen Konferenz zum Schutz von Wildtieren in Afrika, an der Staatschefs und Prominente teilgenommen hatten.

Auf dem Schwarzmarkt hätten die angezündeten Stosszähne, für die 8000 Elefanten sterben mussten, umgerechnet fast 100 Millionen Franken eingebracht, die noch wertvolleren Rhinozeros-Hörner 76 Millionen Franken.

Jährlich über 30'000 Elefanten getötet

Heute leben schätzungsweise noch bis zu 500'000 Elefanten in Afrika. Jährlich werden mehr als 30'000 getötet, um die Nachfrage in Asien zu befriedigen. Kenias Engagement hatte in den vergangenen Jahren bereits Wirkung gezeigt, wie die kenianische Naturschutzbehörde (KWS) mitteilte. Wurden 2012 noch rund 384 Elefanten in dem ostafrikanischen Land von Wilderern getötet, waren es im vergangenen Jahr nur mehr 96.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) hatte 1989 den Handel mit Elfenbein verboten. China als grösster Abnehmer des «weissen Goldes» erlaubt jedoch den Weiterverkauf von Elfenbein, das vor dem Verbot gekauft worden war. (bee/sda)

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