Kenias Opposition geht auf die Strasse
Aktualisiert

Kenias Opposition geht auf die Strasse

Die Polizei in Kenia ist in mehreren Städten gewaltsam gegen Demonstranten der Opposition vorgegangen.

Trotz eines Verbots der Regierung hatte Oppositionsführer Raila Odinga zu dreitägigen Kundgebungen an 42 Orten aufgerufen. Odinga erklärte, er werde mit seinen Anhängern in den Uhuru-Park von Nairobi ziehen, der von Polizisten umstellt war.

«Nichts wird uns an diesen Demonstrationen hindern», sagte der Oppositionsführer vor Journalisten. Sein Sprecher fügte hinzu, der Druck auf die Regierung werde mit allen rechtlichen und friedlichen Mitteln aufrechterhalten. Polizeisprecher Eric Kiraithe erklärte, die Beteiligung an den Demonstrationen sei landesweit niedrig. Die Menschen wollten offenbar ihr Alltagsleben weiterführen und nicht täglich protestieren. Bei den Protesten nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, denen etwa 600 Menschen zum Opfer fielen. Die Polizei ging dabei mit Wasserwerfern, Tränengas und scharfer Munition gegen die Menge vor.

In Nairobi wurden Büros und Geschäfte geschlossen. Tausende Angestellte verliessen in Autos und zu Fuss die Innenstadt, nachdem die Polizei Tränengas gegen einige Demonstranten eingesetzt hatte. In den Elendssiedlungen Kibera und Mathare versammelten sich hunderte junge Männer, die von der Polizei vertrieben wurden. Der oppositionelle Abgeordnete Fred Gumo erklärte, die Polizisten hätten drei Demonstranten in Kibera mit Schüssen verletzt.

Auch in der Küstenstadt Mombasa kamen mehrere hundert Menschen zusammen, die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Aus Kisumu im Westen Kenias wurden rund 1.000 Demonstranten gemeldet, die einen Sarg mit dem Namen von Präsident Kibaki durch die Strassen trugen. «Uns werden unsere Rechte verweigert», sagte ein Kundgebungsteilnehmer in Kisumu. «Wir wollen der Welt nur unsere Missstände zeigen.» In Eldoret ging die Polizei mit Tränengas gegen rund 1.000 Demonstranten vor.

Die Opposition wirft Kibaki vor, das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 27. Dezember gefälscht und Odinga den Wahlsieg gestohlen zu haben. Am Dienstag kam das Parlament in Nairobi zu seiner ersten Sitzung seit den blutigen Unruhen nach der Wahl zusammen. Die Abgeordneten wählten Kenneth Marende, einen Anhänger der Opposition, zum Parlamentspräsidenten.

(dapd)

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