Saisonstart: Kennen Sie sich aus in der Formel 1?

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SaisonstartKennen Sie sich aus in der Formel 1?

Was ist eigentlich ein Diffusor? Wie viel Benzin verschluckt ein Formel-1-Motor auf 100 Kilometer? Wie warm wirds im Formel-1-Cockpit? Fragen und Antworten zum Saisonstart der Formel 1 am Sonntag im australischen Melbourne.

von
Peter Haab

Weiss man nach dem GP von Australien in Melbourne, wie die neuen Kräfteverhältnisse im Formel-1-Feld aussehen?

Eher nicht. Melbourne ist eine Mischung aus Stadtkurs und normaler Rennstrecke. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass bei diesem Rennen deshalb noch nicht die ganze Wahrheit an den Tag kommt. Eine Woche nach Melbourne steigt der GP von Malaysia in Sepang. Das ist ein Rundkurs mordernster Art und lässt bessere Rückschlüsse auf die Kräfteverhältnisse zu.

Fahren in Melbourne alle Teams mit dem neuen Energie-Rückgewinnungssystem KERS?

Wohl kaum. Offiziell lassen sich die einzelnen Teams noch nicht in die Karten blicken. Aber nach letztem Stand werden beim GP von Australien nur McLaren-Mercedes, Ferrari und Renault mit KERS antreten. Bei BMW tendiert man anscheinend dazu Nick Heidfeld mit und Robert Kubica ohne KERS fahren zu lassen.

Wie viel Benzin benötigt ein Formel-1-Auto für 100 Kilometer?

Im Durchschnitt an die 100 Liter. Wenn im Zusammenhang mit dem Hybrid-System KERS also von «grüner Formel 1» gesprochen wird, ist es die Übertreibung des Jahres.

In Australien gabs heisse Diskussionen um einen angeblich illegalen Diffusor am Auto von Brawn-Mercedes. Was ist eigentlich ein Diffusor?

Der Diffusor ist ein kompliziert gestaltetes Gebilde am Unterboden gleich bei der Hinterachse des Autos. Er ist eine extrem wichtige Aerodynamik-Komponente weil er durch die ausgeklügelte Führung der Luftströme unter dem Auto die Saugwirkung am Ende des Unterbodens optimiert.

Ist die Formel 1 nach den Auswirkungen der Wirtschaftskrise eine ausgeprägte Billig-Veranstaltung?

Nicht im Geringsten. Der Gesamtetat der zehn Teams beträgt in der Saison 2009 immer noch über eine Milliarde Franken.

Welches war die teuerste technische Entwicklung für die Saison 2009?

Das Energierückgewinnungssystem KERS (Kinetic Energy Recovery System). Allein die Entwicklungskosten beliefen sich je nach Team zwischen 30 und 40 Millionen Franken.

Wann beginnen die ersten Planungen für die Formel-1-Rennwagen-Generation 2010?

Bereits im April 2009 werden an den Computern die ersten Entwürfe erarbeitet.

Wie viele Leute sitzen am Kommandostand eines Teams in der Boxenstrasse?

Bei BMW-Sauber sind es sechs Personen: die Renningenieure der beiden Fahrer, der leitende Renningenieur, der Team-Manager, der Teamchef (Mario Theissen) und der Technische Koordinator. Diese Leute zusammen überwachen insgesamt 24 Monitore mit den verschiedensten Informationen.

Wie viele Lastwagen benötigt BMW-Sauber, um das Material an einen GP-Austragungsort zu transportieren?

Bei den Europa-Grand-Prix umfasst der Fuhrpark von BMW-Sauber sechs Sattelschlepper. Fünf kommen aus Hinwil, einer aus München.

Welche Temperaturen haben die Fahrer an ihrem Arbeitsplatz?

Die durchschnittliche Cockpit-Temperatur beträgt 50 Grad.

Bei welchen Temperaturen haben Formel-1-Reifen am meisten Haftung?

Die profillosen Pneus dürfen bis zu 130 Grad heiss werden. Steigen die Temperaturen höher, entsteht das Risiko der Blasenbildung.

Was geschieht mit einem Formel-1-Auto nach gefahrener Renndistanz?

Um den Rennwagen für den nächsten Einsatz vorzubereiten wird das Fahrzeug komplett zerlegt. Es werden einzelne Verschleissteile ausgetauscht, dann wird das Auto wieder zusammengebaut. Eine eingespielte Mechaniker-Crew benötigt dafür etwa acht Stunden.

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