Aktualisiert 09.03.2019 08:00

No-Names im Playoff

Kennen Sie Tommaso Goi und Federico Lardi?

Der HC Ambri-Piotta und die SCL Tigers sind die grossen Aussenseiter im Playoff. Und wer Aussenseiter ist, hat auch Spieler im Kader, die keine Stars sind.

von
Marcel Allemann
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Isacco Dotti (l.) hat sich in dieser Saison bei Ambri als Defensivverteidiger durchgesetzt.

Isacco Dotti (l.) hat sich in dieser Saison bei Ambri als Defensivverteidiger durchgesetzt.

Alessandro Crinari
Michael Ngoy war einst Nationalspieler, nun blüht der 37-jährige Ambri-Verteidiger noch einmal auf.

Michael Ngoy war einst Nationalspieler, nun blüht der 37-jährige Ambri-Verteidiger noch einmal auf.

Samuel Golay
Der Italiener Tommaso Goi musste einige Stationen hinter sich lassen, ehe er sich in der Leventina etablierte.

Der Italiener Tommaso Goi musste einige Stationen hinter sich lassen, ehe er sich in der Leventina etablierte.

Davide Agosta

Spieler halt, zu deren Biografien eine Playoff-Teilnahme eigentlich gar nicht – oder zumindest nicht mehr – passt. 20 Minuten hat je drei solche Desperados von Ambri und Langnau herausgepickt.

Isacco Dotti (26, Ambri)

Der Ambri-Junior musste einige Umwege gehen, ehe er sich bei seinem Stammverein durchsetzen konnte. So verbrachte er drei Saisons (2013 bis 2016) beim HC Chiasso in den Niederungen der 1. Liga, danach folgten zwei weitere Lehrjahre bei den Ticino Rockets in der Swiss League. Erst in dieser Saison setzte sich Dotti als solider Defensivverteidiger bei Ambri fest. Angesichts der grandiosen Saison der Leventiner ideale Zeitpunkt. Nun darf er sich erstmals im Playoff zeigen.

Michael Ngoy (37, Ambri)

Ein unbeschriebenes Blatt ist er zwar nicht. Als 15-facher Nationalspieler und vor allem als Ex-Freund von Ex-Miss Lauriane Gilliéron geriet der robuste Verteidiger vor über zehn Jahren in den medialen Fokus. Doch die letzten Jahre schien es, als würde er seine Karriere in Ambri noch ein wenig austrudeln lassen. Einen Vertrag erhielt er im letzten Sommer bloss noch, weil Michael Fora nach Nordamerika wechselte. Der Routinier dankte es mit einer seiner besten Saisons überhaupt.

Tommaso Goi (29, Ambri)

Der Italiener mit Schweizer Lizenz musste sich lange gedulden, um in der National League Fuss fassen zu können, und tingelte jahrelang durch die Hockey-Provinz. So spielte der frühere Lugano-Junior und zweimalige WM-Teilnehmer mit Italien unter anderem in Ceresio, Siders, Chiasso, Bellinzona, Wolkenstein und Biasca, ehe er letzte Saison eine Chance bei Ambri erhielt und sich für einen Vertrag aufdrängen konnte. Nun darf der Defensivstürmer aus Varese erstmals richtige Playoff-Luft schnuppern.

Claudio Cadonau (30, SCL Tigers)

Er stammt aus der Nachwuchsabteilung der ZSC Lions, schaffte dort den Durchbruch allerdings nicht. Abgesehen von zwei Saisons in Biel (2013 bis 2015), war anschliessend die zweitoberste Liga sein Betätigungsfeld: GCK Lions, Lausanne, Thurgau und Langenthal. Ehe die SCL Tigers Cadonau auf diese Saison in die National League holten. Der kräftige Verteidiger hat sich bewährt und war ein wichtiges und solides Element in der Defensive beim Sturmlauf der Emmentaler ins Playoff.

Federico Lardi (33, SCL Tigers)

Der zuverlässige Defensivverteidiger stammt aus dem Puschlav. Nicht gerade eine Region, die reihenweise Hockey-Profis produziert. Via St. Moritz und die Davoser Junioren landete er zunächst in der Westschweiz: Martigny, Visp, Lausanne (damals NLB) und Sierre waren die Stationen. Seit 2010 hat Lardi für sich einen Markt in der obersten Liga gefunden. Zuerst in Langnau, dann in Lausanne, nun wieder in Langnau. Doch so gut und produktiv (9 Skorerpunkte) wie jetzt war er noch nie.

Damiano Ciaccio (30, SCL Tigers)

Der frühere Junioren-Internationale galt einst als grosses Goalie-Talent. Doch zu mehr als ein paar Schnuppereinsätzen bei seinem Stammclub Fribourg reichte es für den Italo-Schweizer zunächst nicht. Und so wurde die NLB (Young Sprinters, Basel, La Chaux-de-Fonds, Langnau) zur Heimat von Ciaccio. Bis er 2015 mit den SCL Tigers aufstieg und blieb. Zunächst mit überschaubarem Erfolg. Doch er wurde immer besser und zuverlässiger und gilt nun als Baumeister des Playoff-Wunders.

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