Basler Polizei-Tesla: «Kennsch Sicherheitslinie?»
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Basler Polizei-Tesla«Kennsch Sicherheitslinie?»

Kaum sind die neuen Teslas der Kantonspolizei Basel-Stadt auf der Strasse, fallen sie schon mit Verstössen gegen die Verkehrsordnung auf – wie ein eigenes Video der Polizei zeigt.

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20 Minuten

Die Basler Polizei hat es nicht so mit den Verkehrsregeln. (Video: Polizei BS/20 Minuten)

Seit diesem Wochenende sind die Teslas der Kantonspolizei Basel-Stadt im Einsatz. Die Polizei ist so stolz auf ihre Elektroflitzer, dass sie prompt ein Video vom Einsatzstart eines der Fahrzeuge auf ihre Facebook-Seite hochgeladen hat.

Aber Moment mal. «Kennsch Sicherheitslinie?», wundert sich ein User amüsiert. Bei genauerem Hinsehen ist erkennbar, dass der Tesla eine Sicherheitslinie überfährt und auf der Ausfahrt vom Zeughaus teilweise im Gegenverkehr stehen bleibt.

Fahrprüfung nicht bestanden

Fahrlehrer Oliver Rosenberg muss schmunzeln. «Er hat bei der Ausfahrt klar die Sicherheitslinie überfahren», stellt er auf Anfrage fest. «Bei der praktischen Fahrprüfung ist klar: Da fällt man durch», so sein Verdikt.

Wahrscheinlich habe der Fahrer so sehr Freude am Auto gehabt, dass er sich schlichtweg nicht geachtet habe, vermutet Rosenberg.

Busse oder keine Busse?

Ein Blick in den Bussenkatalog offenbart zudem: Das Überfahren einer Sicherheitslinie schlägt mit mindestens 40 Franken zu Buche. Ob eine Busse fällig wäre, ist aber unklar. Denn das Manöver findet auf dem Zeughaus-Grundstück der Einwohnergemeinde Basel-Stadt statt.

«Für die Frage, ob eine Strasse als öffentlich oder privat zu qualifizieren ist, ist nicht das Eigentum massgebend», hielt der Bundesrat 2012 in einer Antwort auf ein ständerätliches Postulat fest.

«Das Strassenverkehrsrecht ist im Übrigen bewusst offen formuliert, weil es kaum möglich ist, alle Einzelfälle detailliert zu regeln. Die Rechtssicherheit bleibt zudem gewahrt, da fast überall die Strassenverkehrsregeln gelten», hiess es weiter.

Licht an oder aus?

«Liecht kei Thema?» fragt sich ein anderer User. Hier kann der Fahrlehrer aber Entwarnung geben: «Die vorderen Lichter des Tesla sind an. Das ist normales Tagfahrlicht und völlig gesetzeskonform», sagt er. Die hinteren Lichter würden erst angehen, wenn der Fahrer oder das Fahrzeug auf Abblendlicht umschalten würden, wie in einem Tunnel.

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