09.03.2019 20:59

Meerwalnuss

Kennst du das Tier mit dem Verschwinde-Anus?

So unbekannt diese Quallenart ist, so faszinierend ist sie auch. Zum Beispiel taucht ihr Anus nur dann auf, wenn sie etwas loswerden muss.

von
F. Riebeling
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Die Meereswalnuss (Mnemiopsis leidyi) sieht aus wie eine Qualle, ist aber streng genommen ein eigener Stamm.

Die Meereswalnuss (Mnemiopsis leidyi) sieht aus wie eine Qualle, ist aber streng genommen ein eigener Stamm.

Wikimedia Commons/Steven G. Johnson/CC BY-SA 3.0
Die Rippenquallenart (Ctenophora) ernährt sich von Zooplankton, Fischlarven und -eiern. Deutlich spezieller ...

Die Rippenquallenart (Ctenophora) ernährt sich von Zooplankton, Fischlarven und -eiern. Deutlich spezieller ...

Wikimedia Commons/Bastique/CC BY-SA 3.0
... ist dagegen, wie die verdauten Reste wieder ausgeschieden werden, wie US-Biologe Sidney Tamm im Fachjournal «Invertebrate Biology» berichtet.

... ist dagegen, wie die verdauten Reste wieder ausgeschieden werden, wie US-Biologe Sidney Tamm im Fachjournal «Invertebrate Biology» berichtet.

Twitter.com/newscientist

«Spektakulär» – so beschreibt Sidney Tamm vom Marine Biological Laboratory in Woods Hole im US-Bundesstaat Massachusetts seine jüngste Entdeckung im Fachjournal «Invertebrate Biology».

Und das ganz zu Recht. Schliesslich wies der Biologe nach, dass die Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) nur dann über einen After verfügt, wenn sie einen benötigt. Macht sie gerade kein grosses Geschäft, existiert kein derartiger Kotausgang. «Es gibt dann keine Spur unter dem Mikroskop. Es ist für mich unsichtbar», erklärt Tamm gemäss Geek.com.

Flüchtiger Anus

Laut Tamm sammeln sich in den transparenten Tieren, die zu den Rippenquallen (Ctenophora) zählen, so lange Verdauungsabfälle an, bis sich die Eingeweide ausstülpen und schliesslich eine Öffnung bilden, über die die Ausscheidungen abgegeben werden. Ein Vorgang, zu dem es etwa einmal in der Stunde kommt, so der Forscher weiter. Bei den Larven geschieht es sogar noch häufiger, nämlich etwa alle zehn Minuten.

Der Biologe bezeichnet das Phänomen als flüchtigen Anus, Deutschlandfunknova.de kreierte den Begriff «Verschwinde-Anus».

Ob es weitere Lebewesen mit einem nur sporadisch vorkommenden Anus gibt, ist unklar und soll nun näher untersucht werden.

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