Kettensägen-Produzent«Günstiger»: Deutsche Firma will lieber in der Schweiz ausbauen
Der Kettensägen-Hersteller Stihl möchte wohl seinen Standort in Wil SG ausbauen. Und das, obwohl die Löhne in der Schweiz höher sind als in Deutschland. Gründe sind andere.
Darum gehts
Die Löhne in der Schweiz sind höher als in Deutschland.
Dies schreckt den Kettensägen-Hersteller Stihl nicht davor ab, in der Schweiz auszubauen.
Grund dafür ist, dass die Produktion bei uns günstiger ist.
Die Firma Stihl ist Weltmarkt-Führer im Bereich der Kettensägenproduktion. In der Schweiz hat sie einen grossen Standort in Wil im Kanton St. Gallen. Die Firma hat ihre Pläne für einen neuen im deutschen Ludwigsburg vorerst verworfen. Man prüfe andere Standorte, wie es in der Hauptausgabe der «Tagesschau» bei ARD heisst.
«Zu viel Bürokratie, vergleichsweise hohe Steuern und Fachkräftemangel: Die Rahmenbedingungen in Deutschland bereiten vielen Unternehmen Sorge», sagt Moderatorin Susanne Daubner vor dem Beitrag. «Sowohl mittelständische Unternehmen als auch Grosskonzerne erwägen, stärker im Ausland zu investieren.»
Produktion in der Schweiz günstiger
In dem Beitrag wird erläutert, dass der Standort Schweiz bessere Konditionen bietet. So wolle Stihl wohl das Werk in Wil SG ausbauen, statt in Deutschland zu investieren. «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweiz verdienen mehr Geld», erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolas Stihl in dem Beitrag. «Aber die Gesamtkosten, die sich aus Abgaben, Steuern, Energiekosten und so weiter zusammensetzen, führen dazu, dass die Produktion in der Schweiz mittlerweile tatsächlich günstiger ist als in Deutschland.»
Gemäss der EU-Wachstumsprognose für 2024 belegen unsere nördlichen Nachbarn mit einem prognostizierten Wachstum von 0,3 Prozent den vorletzten Platz. Das Wirtschaftsministerium in Berlin geht sogar von lediglich 0,2 Prozent aus, wie Bluewin.ch schreibt. «Von den fast 6000 Mitarbeitern, die wir in Deutschland beschäftigen, sind mehr als 5000 ‹Beauftragte›, die zusätzlich zu ihren normalen Aufgaben mit der Umsetzung irgendwelcher bürokratischer Anforderungen – Dokumentationen oder sonstigen Dingen – beschäftigt sind», prangert Nikolas Stihl die Bürokratie in Deutschland an.
Deutschland im Krisenmodus
Der jahrelange Krisenmodus in Deutschland hat die Konjunktur schwer belastet und in den vergangenen vier Jahren zu wirtschaftlichen Ausfällen in Höhe von rund 545 Milliarden Euro geführt. Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach gaben die Deutschen in dieser Zeit 400 Milliarden Euro weniger für ihren Konsum aus – 4800 Euro pro Kopf.
Wegen der Krisen blieben laut IW auch viele Investitionen in der deutschen Industrie auf der Strecke. Die Unternehmen investierten demnach in den vergangenen vier Jahren 155 Milliarden Euro weniger in Ausrüstungen, Bauten und immaterielle Kapitalgüter. Das senke langfristig die Möglichkeiten, «mit Herausforderungen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel oder Klimawandel umgehen zu können», warnte Studienautor Michael Grömling.
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