Aktualisiert 20.04.2007 04:12

Kettensägenmörderin muss nicht sterben

Daphne Wright konnte es nicht ertragen, dass ihre beste Freundin soviel Zeit mit einer anderen Frau verbrachte. Deshalb brachte sie diese kurzerhand um und zerstückelte sie.

Entgegen der Forderungen der Staatsanwaltschaft hat ein US-Geschworenengericht in einem spektakulären Mordfall der Gehörlosen die Todesstrafe erspart.

Die Geschworenen in Sioux Falls im US-Bundesstaat South Dakota verurteilten die 43-jährige lesbische Afro-Amerikanerin Daphne Wright am Mittwochabend (Ortszeit) für den Mord an einer mutmasslichen Rivalin stattdessen zu lebenslanger Haft ohne die Möglichkeit zur vorzeitigen Haftentlassung.

Wright war vergangene Woche für schuldig befunden worden, ihr ebenfalls gehörloses Opfer 2006 getötet und mit einer Kettensäge zerstückelt zu haben. Tatmotiv war demnach, dass das Opfer zu viel Zeit mit der Freundin der Angeklagten verbracht habe.

Staatsanwalt Dave Nelson, der zunächst für die Todesstrafe plädiert hatte, sagte nach dem Urteilsspruch, dieser sei "eine immense Erleichterung für alle". Wrights Anwälte hatten erklärt, ihre Mandantin sei nicht verdorben, ihr fehle lediglich die Fähigkeit zur Problemlösung.

Sie habe die Leiche auch nicht aus "perversem Vergnügen" zersägt, sondern weil sie nicht gewusst habe, wie sie den Leichnam verbergen solle. Die Ermittler hatten Wochen gebraucht, um alle Körperteile des Opfers zu finden.

Wright reagierte mit einem kurzen Lächeln auf das Urteil, äusserte sich aber nicht. Ihre Mutter kritisierte, dass unter den Geschworenen weder Afro-Amerikaner noch Gehörlose gewesen seien. Sie glaube weiter an die Unschuld ihrer Tochter. In South Dakota wurden seit mehr als 60 Jahren kein Todesurteil mehr vollstreckt. Bislang wurde dort noch nie eine Frau exekutiert.

(sda)

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