07.10.2020 15:00

Ungewollte NebenwirkungKeuschheitsgurt mit Sicherheitsfehler – Nutzer laufen Gefahr, festzustecken

Sexspielzeug bringt nicht immer nur Spass. Der Penis-Gürtel einer chinesischen Firma ist auf Hacker anfällig und kann im schlimmsten Fall von Kriminellen permanent geschlossen werden.

von
Dominique Zeier
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Das Sexspielzeug «Cellmate» weist laut Security-Experten der Firma Pen Test Partners einige Sicherheitslücken auf.

Das Sexspielzeug «Cellmate» weist laut Security-Experten der Firma Pen Test Partners einige Sicherheitslücken auf.

Pen Test Partners
So soll es Hackern möglich sein, das Gerät, welches an einem Penis angebracht werden kann, permanent zu schliessen. 

So soll es Hackern möglich sein, das Gerät, welches an einem Penis angebracht werden kann, permanent zu schliessen.

Pen Test Partners
Ausserdem können GPS-Daten der Nutzer ausgelesen werden. 

Ausserdem können GPS-Daten der Nutzer ausgelesen werden.

Pen Test Partners

Darum gehts

  • Security-Forscher haben eine Sicherheitslücke beim Sexspielzeug Cellmate entdeckt.
  • Es handelt sich dabei um einen Keuschheitsgürtel für menschen mit einem Penis.
  • Dieser kann mit einer App aus der Ferne geöffnet und geschlossen werden.
  • Laut den Forschern könnten aber auch Hacker den Gürtel ungewollt permanent verschliessen.

Intelligentes Sexspielzeug kommt immer häufiger auf den Markt. Dass dieses aber auch Gefahren birgt, zeigt ein aktuelles Beispiel des Penis-Keuschheitsgürtels Cellmate der chinesischen Firma Qiui. Dieser kann mit Hilfe einer App aus der Ferne geschlossen und geöffnet werden. Nun hat die Security-Firma Pen Test Partners (PTP) aus England allerdings herausgefunden, dass diese App eine Sicherheitslücke aufweist.

Laut den Experten von PTP wurden weltweit rund 40’000 Cellmates verkauft. Diese Geräte müssen für das Entsperren oder Schliessen aus der Ferne einen Befehl an einen Computer-Server des Herstellers schicken. Genau hier liegt das Problem: Die Tester haben laut ihrem Bericht einen Weg gefunden, sich in das System einzuhacken und den Keuschheitsgürtel permanent zu schliessen – was vor allem dann problematisch ist, wenn dieser gerade in Gebrauch ist.

Lücke bereits seit Mai bekannt

Darüber hinaus ist es den Security-Experten gelungen, die Namen der Besitzer der App auszulesen und sich die genauen Koordinaten anzeigen zu lassen, an welchen die zum Spielzug zugehörige App bisher genutzt wurde.

Alex Lomas von PTP sagt gegenüber BBC: «Das Problem ist, dass die Hersteller ihre Produkte möglichst schnell auf den Markt bringen möchten.» Dies könne dazu führen, dass Sicherheitslücken wie bei Cellmate aufträten. «Normalerweise handelt es sich dabei aber eher um die Veröffentlichung privater Daten. In diesem Fall kann man aber tatsächlich physisch feststecken.»

Das PTP-Team hat die Sicherheitslücke bereits im Mai an Qiui gemeldet. Dort hat man die App sofort upgedatet, um den Fehler zu beheben. Wer aber noch immer eine ältere Version der App installiert und diese nicht selbst upgedatet hat, läuft nach wie vor Gefahr, in die Zwickmühle zu geraten.

Schlimme Narbe

Da nicht davon auszugehen sei, dass alle User ihre Apps regelmässig updateten, habe PTP sich mehrfach bei den Herstellern gemeldet und um eine Reparatur der alten Version der App gebeten. Bei Qiui habe es aber geheissen, dass eine Reparatur nur zu noch mehr Fehlern führen würde. Als auch nach einer Frist von fünf Monaten nichts geschehen war, sahen sich die PTP-Experten gezwungen, ihre Entdeckung öffentlich zu machen. Dies könnte aber wiederum dazu führen, dass Cyber-Kriminelle nun erst recht auf die Sicherheitslücke aufmerksam werden, räumen die Tester ein.

Konkrete Beweise, dass sich Hacker die Schwachstelle tatsächlich bereits zu Nutze gemacht haben, gibt es nicht. Allerdings beschreibt jemand in den Bewertungen des Produkts, dass er mit seinem Penis in Cellmate steckengeblieben sei und er eine schlimme Narbe davongetragen habe.

Digital-Push

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22 Kommentare
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DerDa

07.10.2020, 18:08

Leider leider leider kaufen sich nicht die, die einen tragen sollten

Bazookaa

07.10.2020, 17:22

Manchen Leuten (Männer, wie Frauen) würde ein Keuschheitsgürtel guttun... ist nicht böse gemeint, aber manche Menschen benehmen sich wie Karnickel und scheren sich nicht um die Konsequenzen....

Nick

07.10.2020, 16:47

Wieso kauft mas so ein Ding? Ich kann mir keinen einzigen Grund vorstellen, der mich dazu bewegen könnte, meinen Freund da unten wegsperren zu wollen...