ManU Soccer School: Kevin auf dem Weg in die Champions League
Aktualisiert

ManU Soccer SchoolKevin auf dem Weg in die Champions League

Einmal kicken wie Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney - ein Traum für wohl so manches Kind. Für einige kleine Fussball-Fans geht er in dieser Woche zumindest ein klein wenig in Erfüllung: Im Trainingscamp der Manchester United Soccer School in Rapperswil-Jona.

von
Monika Brand

Stolz trägt Kevin das rote Trikot der Manchester United Soccer School – genauso wie die anderen 63 Kinder auf der Sportanlage Grünfeld in Rapperswil-Jona. Natürlich sei er ManU-Fan, sagt der Siebenjährige. «Meine Lieblingsspieler dort sind Cristiano Ronaldo, Wayne Rooney – und Kaká», sagt Kevin. Ob denn Letzterer wirklich für Manchester spiele, will ich wissen. Kevin überlegt. «Ach nein, stimmt ja gar nicht», meint er dann. Der Siebenjährige aus Rorbas hat seinen Platz in der ManU Soccer School bei einer Verlosung von 20 Minuten Online gewonnen. Drei Tage lang durfte er nun unter Anleitung von Jugendtrainern aus Manchester trainieren – eigentlich. Am zweiten Tag war Kevin krank und musste passen. «Da war ich traurig», sagt er. Denn: Das Camp habe ihm sehr gut gefallen. «Besonders das 'Mätschle'», sagt der Junge und grinst. Ausserdem habe er einen Trick gelernt. «Da liegt der Ball und dann mit dem Fuss so und dann so und dann erst schiessen», lasse ich mir mit wildem Gefuchtel erklären.

Fortschritte erzielen

Drei Tage sind eine kurze Zeit. Gerne hätte Kevin länger mit den ManU-Trainern trainiert. Doch auch wenn das Camp kurz ist – die Zeit reiche, um Fortschritte zu machen. Dieser Überzeugung ist der Headcoach der Manchester United Soccer School, Mike Neary. «Unser Ziel ist, dass jeder und jede in den drei Tagen etwas dazulernt», sagt er. Das könne ein neuer Trick sein, aber auch eine Steigerung des Tempos bei den Richtungswechseln. «Die Herausforderung für uns ist, dass alle Kinder auf einem anderen Niveau spielen», sagt Neary. «Einige haben noch nie gegen einen Ball getreten, andere spielen schon seit Jahren.»

Das Camp, das in gleicher Form auch in England, Kanada, Südafrika und Dubai durchgeführt wird, ist klar strukturiert. Auf dem Programm stehen technische und taktische Komponenten, Fitness – aber auch die Förderung von mentaler Stärke und der Sozialkompetenz. «Wir wollen vor allem auch das Selbstvertrauen der Kinder stärken», sagt Trainer Neary. Und das lässt sich auf dem Fussballplatz problemlos erkennen: Die ManU-Trainer haben beispielsweise die Kids dazu animiert, ihre Kolleginnen und Kollegen anzufeuern und zu applaudieren, wenn ihnen etwas gut gelingt.

Laut Mike Neary hat das Camp auch einen sozialen Aspekt. «Als sich am ersten Tag alle hier trafen, war es ganz still», sagt er, «aber wie man hört, hat sich das schnell geändert.» Der Coach verweist bei seiner Aussage auf den Lärm im Restaurant, wo die Fussballhungrigen gerade ihr Mittagessen verzehren. «Das kann man mit Sport und mit Fussball erreichen», sagt Neary und fügt an: «Kinder zueinander bringen.»

Unterstützung von einheimischen Trainern

Verständigungsprobleme gibt es zwischen den Camp-Teilnehmern keine, alle haben neue «Gschpänli» gefunden. Bei den ManU-Trainern hapert es jedoch mit der Verständigung. «Die grösste Herausforderung hier ist, dass wir kein Deutsch sprechen und die Kinder kaum Englisch», sagt Neary. Doch auch für dieses Problem gibt es eine Lösung: Jeder der vier Engländer hat einen Jugendtrainer des FC Rapperswil-Jona an seiner Seite. «Das ist fantastisch und hilft uns sehr», ist Neary erfreut. So könnten die Coaches den Kindern auch alles ganz genau erklären.

Begeistert zeigt sich der Trainer vom Trainingsgelände in Rapperswil-Jona. «Es ist genial hier», so Neary. «Wir haben tolle Fussballfelder zur Verfügung, tolle Helfer und tolle Schulungsräume.» Klar könne man infrastrukturmässig nicht alles mit den Möglichkeiten des englischen Meisters vergleichen. «Aber man muss berücksichtigen, dass hier in Rapperswil der Fokus auf der Nachwuchsarbeit liegt», sagt Neary und fügt an: «In England kann so manches Juniorenteam von einer solchen Infrastruktur nur träumen.»

«Nobody» trifft auf den Champions-League-Sieger

Sucht man in der Liste der Schweizer Fussballteams den FC Rapperswil-Jona, muss man bis in die 1. Liga gehen, um ihn zu finden. Wie kommt es, dass ein solcher «Nobody» gemeinsam mit dem Champions-League-Sieger und englischen Meister ein Fussball-Camp organisiert? Man habe zuerst mit dem FC Zürich und dem FC Basel Kontakt gehabt, sagt Manuela Marwkworth, Event-Managerin der AIG Private Bank, die als Trikotsponsor von Manchester United das Turnier in Rapperswil-Jona organisiert. Aber: «Von der Infrastruktur her und vor allem auch wegen den vielen Helfern aus dem Verein ist es hier einfach am besten.» Bereits im Vorjahr - bei der ersten Durchführung - sei das Camp ein voller Erfolg gewesen.

Das zeigt auch die Beliebtheit des Anlasses. «Ich hätte das Camp mit fast dreimal soviel Kindern besetzen können», sagt Markworth. Doch Platz hatte es «nur» für 128 Mädchen und Jungen, die per Los ermittelt wurden. 64 Kids im Alter von sieben bis elf Jahren haben ihre drei unvergesslichen Tage in der ManU Soccer School bereits hinter sich - auch Kevin, der Gewinner des 20-Minuten-Online-Wettbewerbs. Ab heute Donnerstag gilt es nun für 64 Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren: kicken, schwitzen und - vor allem - ganz viel Spass haben.

Manchester United Soccer Schools

Das Jugendprogramm von Champions-League-Sieger Manchester United tourt rund um die Welt. In der Schweiz können in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahren vom Know-How der ManU-Trainer profitieren. Die dreitägigen Camps sollen die Gelegenheit bieten, in einem professionellen Umfeld neue Techniken zu erlernen, Fähigkeiten zu verbessern und neue Freundschaften zu schliessen. Headcoach Mike Neary betont, dass das Programm einzig und alleine dem Breitensport und nicht der Talentsuche diene. Die Camps seien offen für alle.

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