Entgangene Einnahmen – Kevin Spacey soll «House of Cards»-Produzenten 30 Mio. Dollar zahlen
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Entgangene EinnahmenKevin Spacey soll «House of Cards»-Produzenten 30 Mio. Dollar zahlen

Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey (62) wurde 2017 wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe aus der Netflix-Hitserie «House of Cards» geschmissen. Nun verurteilte ihn ein Gericht zur Zahlung eines hohen Schadenersatzes an seine Produktionsfirma.

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Kevin Spacey weilte im Juni wegen eines Auftritts in einem italienischen Film in Turin. Seine Karriere liegt seit 2017 mehr oder weniger brach.

Kevin Spacey weilte im Juni wegen eines Auftritts in einem italienischen Film in Turin. Seine Karriere liegt seit 2017 mehr oder weniger brach.

Reuters
Als skrupelloser Politiker Frank Underwood verhalf er «House of Cards» zu grossem Erfolg.

Als skrupelloser Politiker Frank Underwood verhalf er «House of Cards» zu grossem Erfolg.

Netflix
Kevin Spacey gewann in seiner Karriere zweimal einen Oscar, unter anderem 2000 für «American Beauty».

Kevin Spacey gewann in seiner Karriere zweimal einen Oscar, unter anderem 2000 für «American Beauty».

Reuters

Darum gehts

  • Oscar-Gewinner Kevin Spacey muss den Produzenten von «House of Cards» über 30 Millionen Dollar zahlen.

  • Diese Summe sei ihnen wegen Spaceys Fehlverhalten entgangen.

  • Die Karriere des 62-Jährigen liegt seit Bekanntwerden der Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen ihn brach.

Der US-Schauspieler soll den Machern der Netflix-Serie «House of Cards» mehr als 30 Millionen Dollar zahlen: Diese Summe soll ihnen wegen Verlusten der durch Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens gegen den Hauptdarsteller entgangen sein. Schlichter seien zum Ergebnis gekommen, dass Spacey gegen Konditionen seines Vertrags verstossen habe, wonach er sich professionell verhalten müsse, hiess es in einem Dokument, das bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht wurde.

Spacey war nach fünf Staffeln aus der Serie entlassen worden, als gegen ihn Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs laut wurden. Aus den Unterlagen geht hervor, dass das Studio MRC, das für «House of Cards» zuständig war, die Produktion der sechsten Staffel der Serie stoppen musste, damit die Figur des entlassenen Spacey darin nicht mehr vorkam. Zudem habe die Staffel von 13 auf acht Folgen gekürzt werden müssen, um Fristen einzuhalten. Dadurch sei ein Verlust von mehreren Millionen Dollar entstanden.

Drei Jahre langer Rechtsstreit

Spaceys Anwälte hatten argumentiert, dass sein Vorgehen kein ausschlaggebender Faktor bei den Verlusten der Serie gewesen sei. MRC habe «letztendlich das richtige Ergebnis erlangt», teilte ein Anwalt der Kläger mit. Der Rechtsstreit hatte sich über mehr als drei Jahre hingezogen.

Die Karriere von Spacey ging 2017 durch die Vorwürfe im Rahmen der #MeToo-Bewegung zu Ende. Ein Schauspieler sagte, Spacey habe ihm in den 1980ern sexuelle Avancen gemacht, als er 14 gewesen sei. Spacey teilte damals mit, er erinnere sich nicht an die Begegnung mit dem damals Minderjährigen, er entschuldigte sich aber und verknüpfte dies mit seinem offiziellen Coming-out. Danach gab es weitere Vorwürfe gegen ihn, insgesamt 30 an der Zahl. Unabhängige Untersuchungen brachten hervor, dass mehrere Personen, die unter Spacey gearbeitet hatten, Opfer von sexueller Belästigung geworden seien. Verurteilt wurde er deswegen allerdings nie.

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Hier findest du Hilfe:

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Verzeichnis von Anlaufstellen

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(AP/trx)

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